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  Meine 1. Klässler und ich haben folgendes erlebt in der Mutwoche: Auf einer Phantasiereise haben wir in einer Höhle einen Mut-Zaubertrank entdeckt, den wir dann später im Schulzimmer selbständig hergestellt und natürlich probiert haben. Wir wurden sofort alle mutiger (gleich zu Beginn der Woche!). Weiter hat uns ein Mutlied begleitet, dass wir jeden Tag einmal gesungen haben "Es bizzli Muet tuet guet".

Die Geschichte "Der mutigste Hase der Welt" erzählt von Toddel, dem Angsthasen der zum Muthasen wird. Sie hat uns die ganze Woche hindurch begleitet und die Kinder wie auch mich sehr erfreut. Toll war auch der Mutparcours in der Turnhalle, den wir Lehrkräfte für die Kinder aufgestellt haben. Er hat neben dem Mut, etwas zu wagen auch das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Kindern und unter uns Lehrern gefördert. Nicht zu vergessen der Theater-Morgen, der für mich als Lehrerin ganz viele Eindrücke hinterlassen hat. Ich konnte meine Schüler in ihrem Verhalten bestens beobachten. Mir hat die Mutwoche toll gefallen und das Feedback meiner Klasse war auch durchwegs positiv; wir wären sofort wieder dabei.
Claudia Roffler

Die 2. Klasse hat während des Projektes vor allem im sozialen Bereich gearbeitet. Dazu gehörte, zu sich selber und zu seiner eigenen Meinung stehen, nein sagen können auch wenn die andern ja sagen, neue Freundschaften knüpfen, als Mädchen auch einmal auf einen Knaben zugehen und umgekehrt.
Agnes Caduff hat während 3 Stunden in diesem Sinn entsprechende Übungen und Spiele mit der Klasse durchgeführt. Zum Beispiel:
" Die Kinder sassen in einem Kreis. Ein Kind durfte ein anderes zu sich rufen. Das gerufene Kind hatte die Wahl zu sagen, "ja ich komme" oder "nein, ich komme nicht".

" Jedes Kind musste sich einen Partner wählen, mit dem es sonst wenig zu tun hat. Zu zweit haben sie einen Bambusstab mit je einem Finger gehalten und ihn so bewegt, dass einmal der eine führte, mal der andere.
" Eine Gruppe musste auf nah beieinander stehenden Stühlen herum klettern. Immer mehr Stühle wurden aus dem Spiel genommen, so dass die Kletterpartie immer schwieriger wurde und nur noch mit gegenseitiger Hilfe möglich war. Man durfte nämlich nicht herunterfallen.
Die Klasse hat sehr konzentriert gearbeitet und ich hatte den Eindruck, dass die Kinder gestärkt, selbstsicherer und offener von dieser Arbeit zurück kamen.

Neben diesen sozialen Übungen haben die Zweitklässler auch während 3 Turnlektionen die Möglichkeit gehabt, Ihren Mut zu erproben bei einem Mutparcours in der Turnhalle. Eine andere Arbeit während dieser Woche war eine ehrliche Selbsteinschätzung. Ein beeindruckendes Beispiel von einem Kind: "Ich bin nicht gerade mutig, aber auch nicht ängstlich. Ich bin nicht dumm; so wie ich bin, bin ich gut."
Ursula Zuzak und Karin Bernhard

Die 3. Klasse hat sich während dieser Woche täglich mit dem Kinderbuch "Du und ich, wir schaffen das" beschäftigt. Dabei haben wir zwei Affenkinder auf eine abenteuerliche Reise begleitet, welche immer wieder viel Mut verlangte. Toni und Billy machen sich auf den "Weg der roten Feder" und erleben gemeinsam, wie schön es ist Neues zu entdecken und sich etwas zuzutrauen. Sie stossen unterwegs auf verschiedene Mutbotschaften wie zum Beispiel "Der Mutige schaut genau hin und passt auf", "Der Übermütige denkt, er kann alles und vergisst vorsichtig zu sein" sowie "Es ist etwas besonders Schönes, wenn du nicht nur Mut für dich selbst, sondern auch für andere hast". Sie erfahren, wie sie sich gegenseitig helfen können, wenn sie nicht mehr weiter wissen. So müssen sie, um einen Fluss zu überqueren, erst nach einer untiefen Stelle suchen.

Ausserdem führten wir lange Klassengespräche zum Thema Mut. Wir lasen Mutgeschichten und versuchten sogar selbst eigene Geschichten zu schreiben und einander zu erzählen.
Der Höhepunkt war, natürlich abgesehen vom Theatermorgen, der Mutparcours in der Turnhalle. Besonders viel Mut brauchte es, sich zusammen mit der dicken Matte von einer Erhöhung aus hinunterfallen fallen zu lassen oder von der Kletterstange auf eine dicke Matte zu springen. Jedem Kind war es selbst überlassen, von welcher Höhe aus es springen wollte. Solche Übungsformen sind sehr beliebt und lassen sich gut auch im alltäglichen Sportunterricht einbauen.
Andrea Cavelti (Vikarin für Daniela Brander)

An der Pinwand vor dem Klassenzimmer der 4.Klasse hängt die "Mut-Skala" der Schülerinnen und Schüler: Wie mutig bin ich zu Beginn und am Ende der Woche? Hat sich etwas in meiner Selbsteinschätzung geändert? Wie auf der Foto ersichtlich ist, haben sich alle Kinder am Ende der Woche wesentlich mutiger gefühlt als zuvor.



:Mut im Sport: Der Mutparcours in der Turnhalle mit Schwingen, Hängen, Balancieren, Rutschen, Springen an verschiedenen Geräten war sehr intensiv und hat wirklich alle Schülerinnen und Schüler angesprochen!
:Schwimmen: Wer hat den Mut in den kalten Zürichsee einzutauchen? Die meisten haben's geschafft, die einen schneller und die anderen zögerlicher. Auch ich als Lehrer war erstaunt, wie schrecklich kalt es war!



Nach der Abkühlung war sofortiges Umziehen angesagt, worauf man sich bei heissem Tee und Biscuits stärken konnte. Auf dem Heimweg gab es dann noch ein Vitaminbonbon. Dieser Anlass fand in einer leicht besinnlichen und zugleich aufgeregten Stimmung statt und hat sich positiv auf das Klassenklima ausgewirkt.

:Die Theaterpädagogin Agnes Caduff machte mit den Schülerinnen und Schülern verschiedene Übungen, unter anderem mit dem Thema "Mut zu Stille und Ruhe", da die Klasse im Allgemeinen ziemlich laut ist.
:Mut, etwas Unbekanntes zu essen: Den Schülern wurde ein brauner Brei gezeigt. Es wurden nun Vermutungen darüber gesammelt, was die Zutaten dieses Breis sein könnten (gemixte Würmer, Kuhfladen, Schokomilch mit Käse,...), wie er wohl schmecken und welche die Folgen die Einnahme haben könnte. Horrorvisionen wie Übelkeit, Erbrechen, schlimme Krankheit und gar Tod wurden diskutiert. Und trotzdem wagten es am Schluss fast alle, nach Abwägen all dieser Risiken, einen Löffel der mit Tabasco und anderen Gewürzen versehenen Schokoladencreme herunterzuschlucken.
:Mutprobe in der Öffentlichkeit: Es braucht einiges an Mut, auf fremde Leute zuzugehen.
Variante 1: Im Dorf fremde Menschen um ein Interview (selbst gewählte Fragen) bitten.
Variante 2: Sich im Dorf an einem gut frequentierten Ort aufstellen und ein Gedicht vortragen ohne sich von den Blicken oder Kommentaren der Passanten ablenken zu lassen. Die Klasse hat ganz eigenwillige Ideen umgesetzt. Ein Schüler hat das Gedicht als Rap aufgesagt. Drei weitere Schüler sind mit dem Bus ins Belvoir gefahren, haben dort je eine Cola bestellt und als es um die Bezahlung ging, dem Kellner gesagt: " Wir lesen ihnen jetzt ein Gedicht vor; das ist dann unsere Bezahlung!" Zum Glück ist dieser auf das Angebot eingegangen. Vielen Dank dem unbekannten Kellner!

:Lektüre: Wir setzten uns mit der Klassenlektüre "Du hast aber Mut" von Brigitte Blobel auseinander. Besondere Diskussion: Was ist cool und uncool oder was ist in & out. Braucht es Mut um cool oder eben gerade nicht cool zu sein? Wo spielt der Gruppendruck eine Rolle? Oder ist es einfach nur persönliches Schicksal, wenn man nicht cool ist?
Niklaus Seliner

Das Bilderbuch von "Martin mit dem Kürbisknilpser" machte in der 5.Klasse den Anfang: Martin hat den Knilpser von einer Fee geschenkt bekommen. Der Kürbisknilpser ist ein unsichtbares Werkzeug. Wenn man ihn hat, kann man alles, was einem bedrohlich in den Weg kommt, in einen Kürbis verwandeln, definitiv. Martin hilft die Vorstellung, über diese Macht zu verfügen, über seine Ängste hinweg. Obwohl er den Knilpser nie wirklich einsetzt, erfährt er, dass die andern Kinder ihm nun ganz anders begegnen. Am Schluss kann er den Knilpser getrost wegwerfen, weil er ihn nicht mehr braucht.

Anschliessend an die Lektüre haben die Schüler kurze Texte geschrieben zur Frage: "Was würdest du machen, wenn du einen solchen Kürbisknilpser hättest?"
Auch die Glasscherbenmutprobe wurde durchgeführt. Ein Plakat mit einer "Mut-Fotografie" wurde beschriftet: Was sind meine persönlichen Stärken - und wie sehen das die andern der Gruppe?

Die Geschichte "Der Kampf um den Drachenfelsen" von Bert Kouwenberg ergab viel Diskussionsstoff (siehe Zusammenfassung). Die Theaterpädagogin Agnes Caduff machte mit der Klasse einen Nachmittag lang Theaterübungen. Interviews wurden mit Passanten im Dorf und mit den Eltern durchgeführt (zum Beispiel "Wann benötigten Sie einmal besonderen Mut?" und andere Fragen). ERGEBNISSE??

Hier einige Schülermeinungen zur Woche:
" "Ich hatte mehr Spass als sonst in der Schule, und weniger Mathe und Deutsch."
" "Wir lachten viel und hatten mehr Gespräche."
" "Für die Übungen im Theater brauchten wir wenig Mut. Es wurde da auch viel geredet."
" "Ich fühle mich jetzt sicherer und mutiger, etwas im Unterricht zu sagen."
" "Die Geschichte vom Drachenfels ist spannend."
" "Wir hatten mehr Abwechslung im Unterricht."
" "Wir brauchten schon etwas Mut für die Interviews im Dorf."
" "Ich finde es gut, in der Schule über solche Themen zu reden."
" "Wenn ich allein zu Hause bin, habe ich nun nicht mehr so viel Angst."
Ruedi Kägi

Die 6. Klasse hat an jedem Tag eine neue Mutprobe absolviert. Am Montag sind die Schülerinnen und Schüler als Fakire über Glasscherben gelaufen.



Obwohl am Anfang einige Kinder Angst hatten, konnten sich dann alle dazu überwinden (allerdings waren die Scherben ausgekocht und nicht mehr sehr scharf).

Der Dienstag stand im Zeichen des Theaters. Sehr spannend war die Arbeit mit dem Theaterpädagogen Urs Beeler. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Gelegenheit, zahlreiche Erfahrungen im gruppendynamischen Bereich zu machen. So mussten sie beispielsweise gemeinsam verschiedene Szenen aus dem Alltagsbereich bildnerisch darstellen, wobei diese nachträglich verändert werden durften, wenn alle damit einverstanden waren.

Am Mittwoch mussten sich die Kinder einzeln in einem Kreis von Mitschülerinnen und Mitschülern hin und her wiegen lassen. Dabei brauchte es vor allem sehr viel Vertrauen in die anderen.
Einmal Vorkoster sein bei einem König oder einer Königin! Das konnten die Kinder der 6. Klasse am Donnerstag. Sie mussten verschiedene Esswaren, die sie noch nicht oder noch nicht sehr gut kannten, mit verbundenen Augen kosten.

Am Freitag machten die Schülerinnen und Schüler einen Ausflug durch Rüschlikon. Sie mussten dabei verschiedene Aufgaben erfüllen, wie beispielsweise einen alten Schuh mitbringen oder eine Postkarte, die älter als 30 Jahre ist. Das ging nicht anders, als dass sie unbekannte Menschen ansprachen und um Hilfe fragten.

Im Sport haben wir eine Postenarbeit zum Thema "Mut tut gut" gemacht. Die Schülerinnen und Schüler mussten sich miteinander auf einer Matte fallen lassen. Weiter mussten sie über eine Hängebrücke balancieren, ohne sich mit den Händen irgendwo fest zu halten. Sie erhielten auch die Möglichkeit, eine glatte Wand zu erklimmen, wobei sie als Hilfe nur ein Seil hatten. Wer sich traute, konnte sich mit verbundenen Augen auf einer Matte durch die Turnhalle ziehen lassen.
Daniel Jud

 
 


Weitere Berichte zu den Projektwochen "MUT TUT GUT"
Bilder
Berichte aus dem Schulhaus Dorf
Tagebuch: Eine WOCHE mit dem Thema MUT (1. Klasse Moos)
5. Klasse Moos: "Was wir mit den Theaterübungen gelernt haben"
Mutanfälle: Unterlagen für Unterricht und Ernstfall
Medienliste zum Thema "Mut"
 
   
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