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(Bericht aus dem Thalwiler,
Oktober 2002)
Primarschule und Kindergarten
steigen ins Projekt Teilautonome Volksschule ein
Vor einigen Tagen fand im
Singsaal des Oberstufenschulhauses eine gut besuchte
Informationsveranstaltung statt. Neben der Orientierung
über den Einstieg von Kindergarten und Primarschule
ins Projekt TaV und der Präsentation der Leitbilder,
stellte sich auch der neue Schulleiter für Kindergarten
und Primarschule, Jürg Walter, vor.
Von René Kummer
Die Oberstufe hat mit Beginn des neuen Schuljahres vor
einigen Wochen den dreijährigen Versuch Teilautonome
Volksschule (TAV) abgeschlossen. Nachdem die Schulpflege
das definitive Organisationsstatut verabschiedet hat,
welches Kompetenzen, Rechte und Pflichten der an der
Gegliederten Sekundarschule Rüschlikon (GSR) beteiligten
Personen klärt und organisatorische sowie administrative
Abläufe festschreibt, ist die GSR nun definitiv
ins neue Schulsystem übergetreten.
Für Kindergarten und Primarschule hat nach den
Sommerferien das drei Jahre dauernde TaV Versuchsprojekt
begonnen. Aus diesem Anlass luden Schulbehörde
und Schulleitung die Eltern kürzlich zu einem Informationsabend
ein.
Kosch ging darauf kurz auf die einzelnen Pfeiler ein,
die das Projekt TaV in den kommenden drei Jahren tragen
werden. Neben dem Schulleiter ist eine intensive Zusammenarbeit
der Lehrpersonen von Bedeutung, in diesem Zusammenhang
wird auch ein Hospitationskonzept eingeführt, in
dem die Lehrer auf gegenseitiger Basis die Klassen ihrer
Kollegen besuchen und darauf klare und gut fundierte Rückmeldungen
geben.
Der Übertritt vom Kindergarten in die Primarschule,
bei Annahme des Volksschulgesetzes die neue Grundstufe,
das Gebiet Frühenglisch', ausserschulische
Betreuung, Weiterbildungskonzept für die Lehrkräfte,
Eltermitwirkung sowie bauliche Fragen sind wichtige Punkte,
die innerhalb der nun laufenden Projektphase von Schulbehörde,
Schulleitung und Lehrpersonen intensiv bearbeitet werden.
Christine Länger Kramer, Primarlehrerin im Schulhaus
Moos, machte deutlich, dass trotz erweiterten Aufgabenbereichen
die Schülerinnen und Schüler und das Kerngeschäft,
die Erteilung von Unterricht, ganz klar auch in der Teilautonomen
Volksschule im Zentrum stehe. Sie wies weiter darauf hin,
dass in Kindergarten und Primarschule bereits in den vergangenen
Jahren zahlreiche Elemente der TaV eingeflossen seien
und die nun angelaufene Projektphase sowohl für Lehrpersonen,
als auch für die Schülerinnen und Schüler,
nicht grundlegend neu sei. "Wir alle setzen unsere
Kräfte ein, in Zukunft noch in vermehrtem Masse eine
gute, dynamische, teamorientierte, offene Schule zu sein",
sagte sie.
Ein Stück
Schulzukunft erarbeiten
Auf sympathische Weise stellte sich darauf der Schulleiter,
TaV Kindergarten Primarschule, Jürg Walter vor. Der
1954 geborene, in Thalwil aufgewachsene Walter ist seit
einem Vierteljahrhundert als Lehrer tätig und leitete
seit 1993 in Zürich eine Tagesschule. Zusammen mit
seinen beiden 13 und 17 Jahre alten Söhnen führt
der geschiedene Schulleiter einen Männerhaushalt
in Thalwil. Er erfüllt ein Arbeitspensum von 80 Prozent.
Etwa 18 Stunden wird er für die Schulleitung aufwenden
und zusätzlich 6 Lektionen im Primarschulhaus Moos
erteilen. Ich freue mich in Rüschlikon zusammen
mit allen Beteiligten ein Stück Schulzukunft erarbeiten
und gestalten zu dürfen", erklärte er.
Klar formulierte
gut gestaltete Leitbilder
Hans Ulrich Schweizer präsentierte darauf kurz die
von ihm in enger Zusammenarbeit mit den Autorinnen und
Autoren in Heftform gestalteten Leitbilder des Kindergartens
und der Primarschule. Der Text ist mit zahlreichen, sorgfältig
ausgewählten, Bildserien aufgelockert. Mit berechtigtem
Stolz gingen darauf Barbara Waser, als Vertreterin des
Kindergartens und Kathrin Fehr für die Primarschule,
auf die beiden von Lehrpersonen und Schulbehörden
erarbeiteten Leitbilder ein. Wie die beiden Lehrerinnen
ausführten, bilden Lehrplan und gesetzliche Grundlagen
der öffentlichen Volksschule des Kantons die Basis
für die Leitbilder. Sie umschreiben, über Lehrplan
und gesetzliche Bestimmungen hinausgehend, die zentralen
Schwerpunkte, für die sich die Lehrpersonen mit hohem
Einsatz zum Wohle der Kinder einsetzen. Gesellschaftliche
Veränderungen, Schulentwicklung und Qualitätssicherung
sind unter anderem Themenbereiche, die mit klar formulierten
Leitsätzen umschrieben werden und die für alle
an der Schule Mitarbeitenden bindend sind.
In der abschliessend rege benutzten Diskussion, brachte
Daniel Kosch auf entsprechende Fragen klar zum Ausdruck,
dass die Abstimmung vom 24. November über das neue
Volksschulgesetz von hoher Bedeutung für die Zukunft
der Volksschule sei. Allerdings werde auch bei einer Ablehnung
die nun in die Wege geleitete Entwicklung der Schule nicht
aufgehalten, sondern höchstens verlangsamt. <<<

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