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(Bericht aus dem Thalwiler, Oktober 2002)
Primarschule und Kindergarten steigen ins Projekt Teilautonome Volksschule ein

Vor einigen Tagen fand im Singsaal des Oberstufenschulhauses eine gut besuchte Informationsveranstaltung statt. Neben der Orientierung über den Einstieg von Kindergarten und Primarschule ins Projekt TaV und der Präsentation der Leitbilder, stellte sich auch der neue Schulleiter für Kindergarten und Primarschule, Jürg Walter, vor.

Von René Kummer
Die Oberstufe hat mit Beginn des neuen Schuljahres vor einigen Wochen den dreijährigen Versuch Teilautonome Volksschule (TAV) abgeschlossen. Nachdem die Schulpflege das definitive Organisationsstatut verabschiedet hat, welches Kompetenzen, Rechte und Pflichten der an der Gegliederten Sekundarschule Rüschlikon (GSR) beteiligten Personen klärt und organisatorische sowie administrative Abläufe festschreibt, ist die GSR nun definitiv ins neue Schulsystem übergetreten.
Für Kindergarten und Primarschule hat nach den Sommerferien das drei Jahre dauernde TaV Versuchsprojekt begonnen. Aus diesem Anlass luden Schulbehörde und Schulleitung die Eltern kürzlich zu einem Informationsabend ein.


Jürg Walter, Schulleiter TaV Kindergarten Primarschule stellte sich am Informationsabend den Anwesenden vor. (Foto: RK)

Eine gute, dynamische, teamorientierte und offene Schule
Nach einer kurzen Begrüssung durch den Präsidenten der Schulpflege, Markus Tavernier, erläuterte Daniel Kosch, TaV Projektverantwortlicher, die verschiedenen Kriterien und Voraussetzungen, die für die Einführung der TaV von der Schulbehörde und den Lehrpersonen erarbeitet werden mussten. Neben der Anstellung eines Schulleiters in der Person von Jürg Walter, hätten für Kindergarten und Primarschule Leitbilder entwickelt und festgeschrieben werden müssen.


Kosch ging darauf kurz auf die einzelnen Pfeiler ein, die das Projekt TaV in den kommenden drei Jahren tragen werden. Neben dem Schulleiter ist eine intensive Zusammenarbeit der Lehrpersonen von Bedeutung, in diesem Zusammenhang wird auch ein Hospitationskonzept eingeführt, in dem die Lehrer auf gegenseitiger Basis die Klassen ihrer Kollegen besuchen und darauf klare und gut fundierte Rückmeldungen geben.

Der Übertritt vom Kindergarten in die Primarschule, bei Annahme des Volksschulgesetzes die neue Grundstufe, das Gebiet ‚Frühenglisch', ausserschulische Betreuung, Weiterbildungskonzept für die Lehrkräfte, Eltermitwirkung sowie bauliche Fragen sind wichtige Punkte, die innerhalb der nun laufenden Projektphase von Schulbehörde, Schulleitung und Lehrpersonen intensiv bearbeitet werden.

Christine Länger Kramer, Primarlehrerin im Schulhaus Moos, machte deutlich, dass trotz erweiterten Aufgabenbereichen die Schülerinnen und Schüler und das Kerngeschäft, die Erteilung von Unterricht, ganz klar auch in der Teilautonomen Volksschule im Zentrum stehe. Sie wies weiter darauf hin, dass in Kindergarten und Primarschule bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Elemente der TaV eingeflossen seien und die nun angelaufene Projektphase sowohl für Lehrpersonen, als auch für die Schülerinnen und Schüler, nicht grundlegend neu sei. "Wir alle setzen unsere Kräfte ein, in Zukunft noch in vermehrtem Masse eine gute, dynamische, teamorientierte, offene Schule zu sein", sagte sie.

Ein Stück Schulzukunft erarbeiten
Auf sympathische Weise stellte sich darauf der Schulleiter, TaV Kindergarten Primarschule, Jürg Walter vor. Der 1954 geborene, in Thalwil aufgewachsene Walter ist seit einem Vierteljahrhundert als Lehrer tätig und leitete seit 1993 in Zürich eine Tagesschule. Zusammen mit seinen beiden 13 und 17 Jahre alten Söhnen führt der geschiedene Schulleiter einen Männerhaushalt in Thalwil. Er erfüllt ein Arbeitspensum von 80 Prozent. Etwa 18 Stunden wird er für die Schulleitung aufwenden und zusätzlich 6 Lektionen im Primarschulhaus Moos erteilen. ‚Ich freue mich in Rüschlikon zusammen mit allen Beteiligten ein Stück Schulzukunft erarbeiten und gestalten zu dürfen", erklärte er.

Klar formulierte gut gestaltete Leitbilder
Hans Ulrich Schweizer präsentierte darauf kurz die von ihm in enger Zusammenarbeit mit den Autorinnen und Autoren in Heftform gestalteten Leitbilder des Kindergartens und der Primarschule. Der Text ist mit zahlreichen, sorgfältig ausgewählten, Bildserien aufgelockert. Mit berechtigtem Stolz gingen darauf Barbara Waser, als Vertreterin des Kindergartens und Kathrin Fehr für die Primarschule, auf die beiden von Lehrpersonen und Schulbehörden erarbeiteten Leitbilder ein. Wie die beiden Lehrerinnen ausführten, bilden Lehrplan und gesetzliche Grundlagen der öffentlichen Volksschule des Kantons die Basis für die Leitbilder. Sie umschreiben, über Lehrplan und gesetzliche Bestimmungen hinausgehend, die zentralen Schwerpunkte, für die sich die Lehrpersonen mit hohem Einsatz zum Wohle der Kinder einsetzen. Gesellschaftliche Veränderungen, Schulentwicklung und Qualitätssicherung sind unter anderem Themenbereiche, die mit klar formulierten Leitsätzen umschrieben werden und die für alle an der Schule Mitarbeitenden bindend sind.

In der abschliessend rege benutzten Diskussion, brachte Daniel Kosch auf entsprechende Fragen klar zum Ausdruck, dass die Abstimmung vom 24. November über das neue Volksschulgesetz von hoher Bedeutung für die Zukunft der Volksschule sei. Allerdings werde auch bei einer Ablehnung die nun in die Wege geleitete Entwicklung der Schule nicht aufgehalten, sondern höchstens verlangsamt. <<<