Neue Schulsozialarbeiterin
an der Schule Rüschlikon
Interview mit Barbara
Linsi
An der Schule Rüschlikon wurde die Schulsozialarbeit
im April 2007 für eine Projektphase bis Dezember
2009 eingeführt.
Sie sind seit Januar 2009 als Schulsozialarbeiterin
hier tätig. Was genau macht eine Schulsozialarbeiterin?
Als Schulsozialarbeiterin arbeite ich direkt in den
Schulhäusern und biete dort Beratung und Unterstützung
für Kinder, Jugendliche, Lehrpersonen und Eltern
an. Ich helfe mit, Probleme frühzeitig zu erkennen
und anzugehen. Zusätzlich arbeite ich im Unterricht
mit, z.B. zur Stärkung des Klassenzusammenhalts
und bei Themen zur Prävention.
Wie haben Sie mit der Arbeit an der Schule Rüschlikon
begonnen?
Vor meinem Stellenantritt unterrichtete ich über
zehn Jahre als Deutschlehrerin in Rüschlikon, deshalb
kennen mich schon viele Kinder. Damit aber alle Schülerinnen
und Schüler erfahren, dass sie mit ihren Anliegen
zu mir kommen können, habe ich mich am Anfang in
allen Klassen vorgestellt. Es ist einfacher, persönliche
Dinge zu erzählen, wenn man sich schon kennt.
Es ist sehr wichtig, dass ich in allen Schulhäusern
in Pausen präsent bin. So können die Kinder
oder Jugendlichen auf mich zukommen und mir etwas erzählen
oder wir können einen Termin für ein längeres
Gespräch vereinbaren.
Sie sagten, dass Sie früher als Deutschlehrerin
an der Schule Rüschlikon tätig waren. Wie
haben Sie sich zur Schulsozialarbeiterin ausbilden lassen?
Ich habe während fünf Jahren berufsbegleitend
an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern
studiert. Ausserdem verfüge ich über Erfahrungen
in der Arbeit im Asylbereich, in einer Suchtberatungsstelle
und in einem Haus für Frauen mit Kindern in schwierigen
Lebenssituationen.
Welche Voraussetzungen braucht es, abgesehen von
der fachlichen Qualifikation, in Ihren Augen auch noch,
um diese verantwortungs- und anspruchsvolle Arbeit ausführen
zu können?
Gut sind Erfahrungen oder Weiterbildung in den Bereichen
Prävention, Krisenintervention, Beratung und Projektarbeit.
Da in Rüschlikon nur eine Person für alle
Schulstufen zuständig ist, braucht es die Fähigkeit,
sich auf unterschiedliche Altersgruppen einlassen zu
können. Neben den Kindern und Jugendlichen ergeben
sich auch Beratungen mit Lehrpersonen, Schulleitungen,
Eltern. Ich arbeite eng mit Fachpersonen zusammen, z.B.
aus den Bereichen der Jugendhilfe, Schulpsychologie,
Suchtprävention etc.
Mit welchen Problemen kommen die Kinder und Jugendlichen
zu Ihnen?
Bis jetzt ist das häufigste Thema Ausgrenzung/Schikanieren
(Mobbing). Dabei muss aber unterschieden werden, ob
es sich um einen einfachen Streit auf dem Pausenplatz
handelt oder ob immer der gleiche Schüler oder
die gleiche Schülerin regelmässig und über
eine längere Zeit davon betroffen ist. Aber auch
Leistungsdruck, Selbstsicherheit, Umgang mit Handy und
Computer, Liebe und Freundschaft und die Suche nach
einer Lehrstelle sind Themen, bei denen ich gemeinsam
mit Kindern und Jugendlichen Lösungen suche. Bei
Eltern stehen Fragen zur Integration in einer Klasse,
zur Schullaufbahn und zur Erziehung im Vordergrund.
Kommen auch die Kleinsten an der Schule Rüschlikon,
die Kindergärtner, mit Ihren Problemen zu Ihnen?
Bei Auseinandersetzungen auf dem Pausenplatz sprechen
mich Kindergartenkinder an, selten kommen sie alleine
zu mir. Da es wichtig ist, dass Prävention sehr
früh einsetzt, können mit den Kindergärtnerinnen
gemeinsame Lektionen zu unterschiedlichen Themen durchgeführt
werden, z.B. zur Stärkung des Selbstbewusstseins,
der Wahrnehmung von eigenen Gefühlen und der Entwicklung
einer positiven Streitkultur.
Ich kann mir vorstellen, dass die vielen Probleme
und Schicksale der Schülerinnen und Schüler
für Sie auch belastend sein können. Von wem
werden Sie selber unterstützt?
Fachliche Unterstützung erhalte ich vom AJB (Amt
für Jugend und Berufsberatung) Region Süd.
Dort kann ich mit dem Leiter der Projektstelle Schulsozialarbeit
die Vorgehensweise bei komplexen Problemstellungen besprechen.
Zusätzlich findet monatlich ein Austausch mit anderen
Schulsozialarbeitenden des Bezirks statt. Auch ist die
Zusammenarbeit mit den Schulleitungen sehr wichtig.
Sie sprechen die Zusammenarbeit mit den Schulleitungen
an. Wie sieht es mit der Zusammenarbeit mit den Lehrerteams
aus?
Natürlich bin ich nicht mehr gleich nahe beim Team
wie vorher als Deutschlehrerin, denn nicht alle Themen
der Schule sind für meine Arbeit als Schulsozialarbeiterin
wichtig. Gemeinsam geblieben ist das Ziel, für
eine gute Schule zu arbeiten und die Entwicklung der
Kinder möglichst optimal zu unterstützen.
Die verschiedenen Sichtweisen ergänzen einander
und ich bin in allen drei Schulhausteams sehr gut eingebunden.
Was gefällt Ihnen an der Arbeit?
Ich schätze die alltäglichen Begegnungen mit
den Kindern und Jugendlichen. Zudem ist es interessant,
von ihnen zu erfahren, was sie beschäftigt und
in schwierigen Situationen gemeinsam Lösungen zu
suchen. Manchmal staune ich, wie schnell Veränderungen
möglich sind.
Durch die Kontakte und Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrpersonen,
Fachstellen etc. wird die Tätigkeit sehr vielseitig.
Die Arbeit bietet Gestaltungsspielraum, verlangt aber
auch Flexibilität und Eigeninitiative.
Bewirkt die Anwesenheit einer Schulsozialarbeiterin
eine ruhigere Situation in den Schulhäusern?
Dank meiner Anwesenheit in den drei Schulhäusern
sehen mich die Kinder und Lehrpersonen und ich bin für
alle ohne Aufwand direkt erreichbar. Es ist wichtig,
Probleme frühzeitig zu erkennen und zu handeln,
bevor eine Situation sich verschlimmert oder eskaliert.
Personen, die täglich mit Kindern und Jugendlichen
zusammen sind, können Veränderungen am schnellsten
wahrnehmen. Ich rate deshalb Eltern und Lehrpersonen,
bei Problemen nicht zu lange zu warten und mit mir Kontakt
aufzunehmen. Mit einem Arbeitspensum von 60% für
drei Schulhäuser bin ich nicht immer überall
präsent.
Ich bin erreichbar:
Barbara Linsi
Schulsozialarbeit
Schulhaus Dorf
Pilgerweg 27a
8803 Rüschlikon |
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Montag |
09.30 – 15.00 Uhr |
Büro Schulhaus Dorf, Zimmer A1
Im Untergeschoss, Eingang vom unteren Pausenplatz
her |
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15.15 – 17.00 Uhr |
Schulhaus Moos, Mehrzweckzimmer,
Trakt M, Untergeschoss rechts |
| Dienstag |
09.30 – 17.00 Uhr |
Büro Schulhaus Dorf |
| Mittwoch |
09.30 – 12.30 Uhr |
Büro Schulhaus Dorf |
| Donnerstag |
09.30 – 17.00 Uhr |
Schulhaus Moos, Mehrzweckzimmer |
| Telefon |
Büro Dorf: 044 / 704 60 31
Schulhaus Moos: 044 / 704 50 43 |
| Natel |
076 / 430 60 65 |
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| Email |
ssa@schulerueschlikon.ch
/ b.linsi@schulerueschlikon.ch |
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| Schriftlich kann
man Frau Linsi per E-Mail kontaktieren, ihr einen
Brief in den Briefkasten an der Eingangstüre
beim unteren Pausenplatz Dorf werfen oder ihn per
Post senden. |
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