Vorwort
Vor einem Jahr wurde von der Leitung der Jugendarbeit der erste Quartalsbericht, mit dem Ziel die Öffentlichkeit besser über die Angebote und Themen der Jugendarbeit zu informieren, verfasst. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen haben die Leitung darin bestärkt, auch im neuen Jahr wiederum Quartalsberichte zu erstellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dezember 2004
Weihnachtsparty / Jahresabschluss

Wie bereits das letzte, wurde auch dieses Jahr mit einem Weihnachtsfest, welches von ca. 35 Jugendlichen besucht wurde, abgeschlossen. Zur festlichen und ausgelassenen Stimmung trugen sicherlich die bevorstehenden Schulferien sowie die bewilligte Verlängerung bis Mitternacht bei. Zudem durften die Jugendlichen ein köstliches Buffet geniessen. Nach dem letzten Treff, am Di 21. Dezember 2004, blieb der Jugendtreff bis am 11. Januar geschlossen.

Januar und Februar 2005
Evaluation des Pilotprojektes "Mittagstisch"

Der Mittagstisch wurde einmal dienstags und sechsmal donnerstags durchgeführt, wobei gesamthaft zwölf Jugendliche das Angebot nutzten (durchschnittlich 1,7 Jugendliche pro Mittagstisch). Das Interesse der Jugendlichen an einem Verpflegungsangebot über Mittag kann somit als gering bezeichnet werden. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Pilotphase kurz war und die Jugendlichen durch einen wöchentlich stattfindenden Mittagstisch nur partiell erreicht werden können.
Die Leitung der Jugendarbeit ist der Meinung, dass zur Etablierung eines Mittagstisches für Jugendliche der Oberstufe eine fundierte Bedarfsabklärung im voraus sicher von Vorteil wäre, eine Zusammenarbeit mit der Schule sinnvoll ist, weil dadurch eine grössere Breitenwirkung (in der Bevölkerung) erzielt werden kann und sich die Räumlichkeiten des Jugendtreffs für einen Mittagstisch sehr gut eignen, da diese nahe bei der Schule liegen und Platz für ca. zwanzig Jugendliche bieten.

Umfrage im Jugendtreff
Im Januar hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich schriftlich und in anonymer Form via "Briefkasten" im Jugendtreff, über ihre Ideen und Wünsche, aber auch über Kritik und Anregungen betreffend Jugendarbeit zu äussern. Die Leitung der Jugendarbeit erhoffte sich dadurch, näher an die Bedürfnisse der Jugendlichen zu gelangen und die Jugendlichen mehr in die Ausrichtung der Jugendarbeit miteinzubeziehen. Die folgenden Statements sind eine kleine Auswahl aus den vielen eingegangenen Ideen und Anregungen.
"Den Jugendtreff braucht es! Das ist eine gute Gelegenheit Kollegen zu treffen, die man nicht oft sieht." "Am Samstag sollte der Jugendtreff länger gehen, z.B. bis 24 Uhr." "Die Räume sollen mehr beschmückt werden, sie wirken so kahl." "Es sollte mehr Essens- und Unterhaltungsmöglichkeiten geben." "Keine, die aus einem anderen Dorf kommen. Nur Rüschlikerinnen ."
Aus dieser Umfrage sind zahlreiche Ideen entstanden, wie die Jugendarbeit bzw. der Jugendtreff für die Jugendlichen an Attraktivität gewinnen kann. So wurde unter anderem deutlich, dass der Jugendtreff erwünscht ist, die Öffnungszeiten und -tage aber neu angepasst werden sollen. Es entstand auch die Idee, dass ältere Jugendliche gewisse Aufgaben im Jugendtreff übernehmen könnten, mit dem Ziel in Zukunft einen autonomen Lehrlingstreff zu führen. Mehrmals wurde die Thematik Ausländer und auswärtige Gäste genannt, auf welche im nächsten Abschnitt ausführlicher eingegangen wird.

Ausländer / auswärtige Gäste
Bei der oben erwähnten Umfrage wurde von mehreren Jugendlichen genannt, dass sie keine Ausländerinnen und keine auswärtigen Gäste, sprich Jugendliche aus einem anderen Dorf, im Jugendtreff wünschen. Dies wurde teilweise durch sehr erniedrigende und rassistische Aussagen geäussert. Die Leitung der Jugendarbeit entschied sich deshalb dazu, das Thema Ausländer und Rassismus als Quartalsthema zu wählen und die Jugendlichen in Bezug auf diese Thematik zu sensibilisieren. Dabei sollen verschiedene Vorurteile über Ausländer und Schweizerinnen aber auch konkrete Konflikte im Jugendtreff ehrlich und offen reflektiert und diskutiert werden. Im Zentrum steht hierbei die Vermittlung zwischen den verschiedenen Völker- und Benutzergruppen im Jugendtreff sowie die Auseinandersetzung mit geltenden Werten und Normen unserer Gesellschaft.
Da die bestehende Gästeregelung immer wieder umgangen wurde und Anlass zahlreicher Diskussionen war, wurde nun eine neue Gästeregelung ausgearbeitet, welche den Jugendlichen weniger Freiraum bietet und das Gastrecht konkreter regelt. (Gästeregelung siehe Anhang 1)

Jugendtreff
Der Jugendtreff hatte bereits im Dezember weniger Besucherinnen als üblich, im Januar und Februar sanken die Besucherzahlen (durchschnittlich zwischen acht und zwanzig) weiter - im Vorjahr waren es doppelt so viele. Vor allem der Umstand, dass weniger Rüschliker Jugendliche in den Treff kommen ist auffallend. Der Mädchenanteil hat stark abgenommen und die Stimmung ist teilweise angespannt. Dies sind Umstände die einen Handlungsbedarf aufzeigen. Mit der Umfrage im Januar, der Teilnahme an einem Klassenrat der 1. OS und der neuen Gästeregelung hat die Jugendleitung darauf reagiert. Weiter planen wir neue Öffnungszeiten mit dem Fokus, den jüngeren Jugendlichen eigene Treffzeiten zu ermöglichen.

Retraite
Am Retraite-Tag Ende Februar wurde hauptsächlich inhaltlich gearbeitet. Der Rückblick aufs 04 als Einstieg und die Zielsetzungen für dieses Jahr gaben den Rahmen. Durch Themensetzungen und dem Sammeln von Ideen entstand eine Fülle von Inhalten und Umsetzungsmöglichkeiten der Jugendarbeit Rüschlikon. Diese werden nun sortiert sowie fokussiert und zum Teil konkret umgesetzt in diesem Jahr. Ein Teil daraus ist bereits angegangen worden: die neue Gästeregelung und das Angehen von neuen Öffnungszeiten.
Girlpowerwoche
Nach der Radio Sendung bei "Radio Lora" im Januar, wo über die Girlpowerwoche im Herbst 04 berichtet wurde und Mädchen engagiert teilnahmen, ist die Planung für die diesjährige Woche bereits im Gang. In den Herbstferien (Woche 42) findet sie in Wädenswil statt, zur Zeit werden die Themeninhalte erarbeitet und die Bedürfnisse bei den Mädchen angefragt. Es nehmen neun Gemeinden aus dem Bezirk Horgen teil unter der Leitung von Vera Weirich (Samowar Thalwil).
Es ist das Bedürfnis entstanden auch unter dem Jahr Mädchenanlässe gemeinsam zu organisieren. Die Idee einzelne Mittwoch-Nachmittage mit anderen Gemeinden zu gestalten ist in der Planung.

Evaluation Gender
Die Evalution der Genderthematik konnte mit der Lehrerschaft der Oberstufe Rüschlikon gemeinsam durchgeführt werden. Dazu haben Franz Süess und Nathaly Hannemann Jenny eine Evaluationsmethode erarbeitet und diese dem Kollegium vorgelegt. Das Ergebnis fiel positiv aus. Es zeigte sich ein weiteres Mal, dass die Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft sehr gut ist.

(Da die Leserlichkeit durch die zweigeschlechtliche Schreibweise beeinträchtigt wird, wird wahlweise die weibliche oder die männliche Form verwendet. Das andere Geschlecht ist natürlich stets mitgemeint.)

Für die Jugendarbeit der politischen Gemeinde Rüschlikon

Nathaly Hannemann Jenny und David Schweiter

 

 

Anhang

Gästeregelung

1. Jemand aus Rüschlikon (wohnhaft in Rüschlikon!) darf einen Gast aus einer anderen Gemeinde einladen und in den Jugendtreff mitbringen.

2. Beim Eintritt in den Jugendtreff meldet sich die Person aus Rüschlikon mit seinem Gast unaufgefordert bei der Jugendtreffleitung.

3. Der Gast trägt sich auf der Guestlist mit Vorname, Name, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum und dem Namen seines Gastgebers ein.

4. Die Person aus Rüschlikon ist für ihren Gast verantwortlich, das heisst die Person aus Rüschlikon informiert den Gast über die Regeln im Jugendtreff Rüschlikon und ist darum bemüht, dass diese eingehalten werden.

5. Die Person aus Rüschlikon und ihr Gast kennen sich gegenseitig und können gegenseitig Auskunft geben über z.B. den Wohnort, den Namen der anderen Person.

6. Kennen sich die beiden Personen nicht oder nur flüchtig, so kann die Jugendtreffleitung dem Gast das Gastrecht aberkennen und diesen aus dem Jugendtreff wegweisen.

7. Anonyme Gäste gibt es keine.

8. Gäste besuchen den Jugendtreff Rüschlikon nicht regelmässig und höchstens einmal im Monat.

9. Kennt die Jugendtreffleitung eine Person, die angeblich in Rüschlikon wohnt nicht, so kann ein Ausweis (Niederlassungsausweis) verlangt oder der Zutritt zum Jugendtreff verweigert werden.