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Dies ist auch darauf zurückzuführen,
dass in gewissen Momenten die Sprache fehlt, um Gefühle
und Bedürfnisse zu äussern. Das kann zum Beispiel
dazu führen, dass in entscheidenden Augenblicken ein Präservativ
nicht benützt wird.
Aus diesem Grund muss Aidsprävention in Verbindung mit
Sexualpädagogik geschehen.
Aidsprävention ist im Lehrplan verankert. Die Lehrpersonen
sind somit verpflichtet, die SchülerInnen über diese
Thematik aufzuklären. Der naturwissenschatliche Teil findet
im Fach Naturkunde (Menschenkunde) im regulären Unterricht
statt. Der Bereich, der eher die persönliche Betroffenheit
beinhaltet, wird im Rahmen der Projekttage bearbeitet: Sprache,
Freundschaft/Beziehung, Verantwortung in der Beziehung, Kontakt
zum anderen Geschlecht knüpfen, Verhütung und Homosexualität
sind unter anderen die Themenbereiche.
Zusammen mit dem LeiterInnen-Team des Jugendtreff Rüschlikon
(Frau Nathaly Hannemann und Herrn David Schweiter) führten
die Lehrpersonen der 2. Klassen der Gegliederten Sekundarschule
(Frau Bühlmann, Frau Eichenberger, Herr Helfenstein und
Herr Huber) diese zwei Projekttage am 25. und 26. November 2004
durch.
Das Projektkonzept basiert auf langjähriger eigener Unterrichtserfahrung
der beteiligten Lehrpersonen der GSR, der Zusammenarbeit mit
dem Team des Jugendtreff und auf einer Unterrichtssequenz des
Vereins Jugendarbeit Fällanden mit dem dortigen LehrerInnenteam
der Oberstufe.
Die sexualpädagogische Arbeit ist als eine Form aufzufassen,
in der Jugendliche ihre Vorstellungen, Probleme und Lösungsstrategien
mit pädagogischer Unterstützung von aussen erarbeiten,
vertreten und hinterfragen können.
Der Beizug der schulexternen Personen eröffnet den SchülerInnen
die Möglichkeit, offener über Probleme in diesem sensiblen
Bereich ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu reden. Lehrpersonen
gegenüber sind die Jugendlichen sicher zurückhaltender.
Als AnsprechpartnerInnen im Jugendtreff können in schwierigen
Situationen Nathaly und David den Jugendlichen als „Erste-Hilfe-Instanz“
und „ErstberaterInnen“ auf fast kollegialer Ebene
begegnen.
von Moritz und Michele
Donnerstag, 25. November 2004
Wir trafen uns um 8.20 Uhr im Singsaal. Zuerst erklärte
uns Nathaly und David vom Jugendtreff den Ablauf. Nachher
machten wir zum Thema Sexualkunde ein Fragespiel, in dem
wir aufstehen (für ein Ja) oder sitzen bleiben mussten
(für ein Nein). Danach besprachen wir noch die besonderen
Regeln für die zwei Tage:
- Jeder spricht nur für sich und von sich.
- Wir sprechen wertfrei und sachlich zum Thema.
- Persönliche Aussagen bleiben unter uns.
- Wir lassen uns aussprechen und hören einander zu.
- Wir lassen uns auf das Thema ein.
Wir mussten dann Wörter die wir für das männliche
und das weibliche Geschlechtsteil suchen, für den Geschlechtsverkehr
und noch für andere Wörter zum Thema Sexualkunde
aufschreiben. Nachher sortierten wir die schlechteren Wörter
aus und versprachen, dass wir diese dann nie mehr sagen würden.
Nach der Pause spielten wir in Gruppen Memory mit Bildern
von Kims „Liebe ist...“. Wir machten immer einen
Satz zu den Bildchen. Am Schluss musste jede Gruppe den romantischsten
Satz vorlesen.
Um 12.00 Uhr war Mittagspause. Wir konnten unseren mitgebrachten
Lunch essen. Das Getränk sponserte die Schule. Christa,
Aline, Belinda und Arlena haben für den Dessert je einen
feinen Kuchen gebacken.
Nach dem Mittagessen trafen wir uns wieder im Singsaal. Zum
Thema Freundschaft/Beziehung mussten wir jemandem, den wir
mögen, die Hände massieren. Danach teilten wir uns
in getrennte Knaben- und Mädchengruppen auf und mussten
eine Szene zum Thema Flirten spielen und besprechen, wie man
überhaupt richtig flirtet. Nachher konnten die Gruppen,
die dies wollten, im Singsaal ihre Stücke vorspielen.
Es war sehr lustig.
Nach der Pause gingen wir auf das Thema Homosexualität
ein. Es wurde wieder in geschlechtergetrennten Gruppen gearbeitet.
Die Knaben lasen ein Interview mit einem Schwulen und die
Mädchen ein Interview mit einer Lesbe. Wir versuchten
auf die daraus entstandenen Fragen Antworten zu finden.
Wieder im Singsaal besprachen wir noch kurz die Interviews.
Jetzt konnten wir heimgehen. Der erste Tag Sexualkunde hat
uns in fast allem gut gefallen.
Bericht von Olivia und Sara-Linda
Freitag, 26. November 2004
Heute Morgen trafen wir uns wie schon gestern im Singsaal
und besprachen den heutigen Tagesablauf. Auf dem Programm
standen die Themen
Verhütung
Verantwortung
Das erste Mal
Sexualität
Abschluss
Mit Begeisterung nahmen wir diese Punkte in Angriff. In den
nach Geschlecht getrennten Gruppen besprachen wir die verschiedenen
Verhütungsmittel. Da waren das Kondom, das Femidom, die
Pille, die Pille danach,ein Verhütungspflaster, die Spirale
usw. In einer Box waren alle bereitgestellt und konnten angeschaut
werden. Wir lernten, dass nur das Kondom einen fast hundertprozentigen
Schutz vor einer Aids-Ansteckung bietet. Danach wurde im Singsaal
das Besprochene zusammengefasst und jeweils dem anderen Geschlecht
vorgetragen.
Für das Thema Verantwortung gingen wir wieder in unsere
vorherigen Gruppen und beantworteten die Fragen unserer Lehrpersonen.
Wir schrieben die Fragen an das andere Geschlecht, die uns
wichtig schienen, auf Kärtchen und überreichten
diese. Nach der Frage-Antwort-Runde konnten wir uns aufs feine
Mittagessen freuen.
Pappsatt kehrten wir in den Hauptraum zurück, wo uns
schon das Thema „Das erste Mal“ erwartete.
Beim Punkt Sexuaität besprachen wir die verschiedenen
Ausdrücke und alles, was sich um dieses Thema dreht.
Bei gewissen Ausdrücken beschlosse, wir, wie am ersten
Tag beim Einstieg, sie nicht mehr zu verwenden, weil sie diskriminierend
sind.
Dann kam die grosse Überraschung.........
Hurrrrrrraaaaa!!!!!
Genau wie bei einer grossen Tagung gab es einen Apéro.
Die Lehrpersonen offerierten uns feine Chips und etwas zum
Trinken. Wir plauderten noch ziemlich lange miteinander über
dies und jenes.
So waren diese zwei Tage auch schon im Fluge vorbei und wir
freuten uns aufs Weekend. Es war ein tolles Erlebnis mit vielen
Erfahrungen und spannenden Diskussionen.
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