Der erfüllte Wunsch   Der chinesische Drache
  Eine Tasse Kaffee und ein Mord   Die Fahrt ins Glück
  Armer Junge   Die silberne Kugel
  Die geheimnisvolle Kugel      
         
 
 

Der erfüllte Wunsch
Es war einmal ein Mädchen, das im Bahnhof über eine silberne Kugel stolperte. Es hob sie auf und schaute sie verwundert an. Das Mädchen, sie hiess Livia, sagte sich, dass die Kugel jetzt ihre Glückkugel sei, weil sie darüber gestolpert, aber nicht gestürzt war. Sie nahm sie mit nach Hause.
Dort angekommen wollte sie mit der Kugel spielen, doch sie rollte einfach davon, ohne dass sie sie berührt hätte. Livia wurde wütend, weil sie nicht fangen konnte. Weil Livia am nächsten Tag aber die Kugel ihren Freundinnen zeigen wollte, hätte sie sie mitnehmen wollen, aber zuerst musste die Kugel gefunden werden! Sie lag unter ihrem Bett.

Sie ging zur Schule. Alle ihre Freundinnen beneideten sie um die Kugel. Sie war offenbar aus echtem Silber.
Auf dem Heimweg hoffte Livia, dass ihre Mutter da wäre, denn sie wollte ihr die Kugel zeigen, denn das hatte sie noch nicht getan. Aber die Mutter war nicht da. Livia war traurig. Sie wünschte es sich so sehr, denn sie sah ihre Mutter fast nie.

Plötzlich begann die Kugel in der Hand von Livia zu blinken. Sie erschrak. Livia wusste nicht was das zu bedeuten hatte. Doch es war nichts Schlimmes, denn die Kugel blinkte nur, wenn ein Wunsch in Erfüllung ging. Aber Livia wusste das natürlich nicht. Nach ein paar Minuten blinkte die Kugel nicht mehr und da läutete es an der Tür.

Livia machte auf und da stand ihre Mutter vor ihr. Sie hatte sich frei genommen, um mit ihrer Tochter zusammen zu sein. Livia war überglücklich und sagte zur Kugel: " Du hast das gemacht; oder?" Plötzlich begann die Kugel zu sprechen: " Ja, sicher habe ich das gemacht. Ich bin eine Zauberkugel. Ich erfülle Kinderwünsche und das habe ich auch für dich gemacht, denn du hast mich gebraucht. Aber ich kann nur noch diese Woche bei dir bleiben. Es gibt noch andere Kinder, die mich, brauchen!"
Livia hatte in dieser Woche mit der Kugel viel Spass. Diese Erinnerung blieb für immer. Und die Kugel? Die hat Livia beim Bahnhof wieder abgesetzt. Sie erfüllt noch viele andere Kinderwünsche und auch diese Kinder sind immer glücklich geblieben. <<<

Belinda




 
 

Eine Tasse Kaffee und ein Mord

Da sah sie ihn im Tram. Sie konnte ihre Augen nicht mehr von ihm lassen. Plötzlich drehte er sich um, er schaute sie an und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Schnell schaute sie auf die andere Seite. Der Junge mit den strohblonden Haaren lief, mit festem Blick auf das Mädchen gerichtet, auf sie zu.

"Hi, ich bin Jony Lier."
Der Knabe reichte ihr die Hand. Mit einem schüchternen Lächeln nahm sie seine Hand.
"Freut mich, mein Name ist Katharina, Katharina Köster."
"Ah, du bist also die reiche Tochter des Richters", erwiderte Jony. "ICH würde alles dafür geben, einmal so reich zu sein."
"Wenn du willst lade ich dich auf einen Kaffee bei mir zu Hause ein. Na, was sagst du?"
"Liebend gerne."
Eine langweilige Stimme ertönte im ganzen Tram: "Wollerging, Endstation", sagte sie.
"Los, lass uns aussteigen."

Der Weg bis zum Waldrand war nicht so lang, jedenfalls schien es ihnen so, denn sie redeten und quatschten, dass die Zeit wie im Flug vorbeiging.
Am Waldrand angelangt, wurde Jony merkwürdig nervös. "Ha... Ha... Halt!"
"Was ist?"
"Katherina, willst du wirklich durch diesen Wald hier?"
"Ja klar, das ist der schnellste Weg nach Hause."
"Gibt es denn auch noch einen anderen Weg zu deiner Villa?"
"Ja, schon, aber das ist ein grosser Umweg!", erwiderte Katharina.
"Die andere Route ist doch viel schöner und romantischer," argumentierte er. Und ohne noch ein einziges Wort zu verlieren, drehte er sich um und sie liefen ins Gespräch vertieft die Abzweigung links hinunter.

Dieser Weg führte an prächtigen Linden vorbei. Bei diesem Anblick dachte Katharina: "Jony hat recht, dieser Weg ist wirklich viel romantischer. Aber warum wollte er nicht durch den Wald gehen? Tja, ist mir auch egal." Jony riss sie aus ihren Gedanken: " Schau mal, der Himmel ist ja ganz bewölkt."
Kaum hatte er dies gesagt, ertönte ein lautes Donnern und für zwei Sekunden wurde der dunkle Himmel von einem hellen Blitz erleuchtet und schon spürte Jony den ersten Regentropfen.
"Komm schnell, es fängt zu regnen an. Es ist nicht mehr weit zu unserer Villa", keuchte Katharina.

Völlig durchnässt stiegen sie die Treppe zu Katharinas Zimmer hinauf und schlossen in Sekunden die Zimmertür. Gegenseitig frottierten sie sich die platschnassen Haare. Als Katharina sich umziehen ging, bewunderte Jony unterdessen die unzähligen Pokale, die in einem Glasgestell standen. Katharina betrat das Zimmer mit trockenen Klamotten.
"Woher hast du denn die?", fragte Jony und zeigte auf die Pokale.
"Ach die, die hatte ich alle an meinen Volleyballturnieren gewonnen", antwortete sie.

Jony konnte seinen Blick nicht von einem speziell grossen Pokal lassen.
"Hast du nicht Lust auf einen Kaffee?" wollte Katharina wissen. "Oh, doch, sehr gerne", nahm Jony dankend an.
Die Zeit verging schnell und schon waren die Kaffeetassen leer.
"Ich hoffe ich werde dich irgendwann wieder sehen", sagte Jony.
Die Haustür knallte und weg war er. Als Katharina wieder in ihr Zimmer kam, traf sie der Schlag. "Was , schon neun Uhr, verdammt!" fluchte sie. Schnell ass sie etwas , putzte ihre Zähne und hüpfte schliesslich ins Bett.

Zum Glück war heute Samstag. Das hiess ausschlafen. Völlig vergnügt und fröhlich betrat Katharina den Speisesaal. Sie hob die Tageszeitung auf und las auf der Titelseite: MORD IM WALD VON WOLLERGING.
Sie konnte es nicht fassen und las weiter:
"Gestern am 22. Mai wurde eine Leiche im Wald von Wollerging gefunden. Die ungefähr 21-jährige Frau wurde mit zwei Messerstichen von hinten ermordet. Neben der Leiche fand die Polizei ein Messer mit den Initialen "J.L." ..."

Mit offenem Munde dachte Katharina: "Initialen J.L.", das muss Jony Lier heissen." Sie spürte wie ihr die Tränen hoch stiegen. So schnell sie konnte, rannte sie auf ihr Zimmer und verbarg ihr Gesicht unter den grössten Kissen, das sie besass . Für einen kurzen Augenblick schaute sie auf und da sah sie es ... ihr grösster und wertvollster Pokal war weg, verschwunden, einfach nicht mehr da.
Da wurde ihr so einiges klar. Jony war ein Dieb und vielleicht sogar ein Mörder.
Doch sie fand nie den Mut irgendetwas irgendwem zu erzählen. Und Jony hat sie in ihrem Leben nie mehr gesehen. <<<





 
 

Armer Junge

Marcel Rolf radeln nach dem Sporttraining nach Hause. Als sie durch den dunklen Wald fahren, hören sie ein unheimliches Knacken und Rascheln. Sie halten an und die Lichter ihrer Fahrräder leuchten auf einen Schuh, der aus dem Laub hervorschaute. Es war ein Junge, der sich versteckte, als er die zwei Jungs kommen sah. Er hatte Angst. Er versteckte sich in einem Gebüsch.

Er rief: "Verschwindet, verschwindet aus meinem Wald. Ich bin der Bewohner hier". Marcel und Rolf antworteten: "Wir wollen dir gar nichts tun. Wir kommen vom Training." Der Junge sagte: "Ach so! Wisst ihr, ich habe Angst vor Hunden. Als ich drei Jahre alt war liessen mich meine Eltern zurück. Es kümmerte sich niemand mehr um mich.I ch starb fast, bis plötzlich ein Mann auftauchte und mich zu sich nahm. Er zog mich gross. Als ich fast erwachsen war, brachte der Mann mich in den Wald zurück. Bis heute lebe ich von Äpfeln, die an den Bäumen hängen. Ich habe ständig die gleichen Kleider an. Wenn ich sie waschen will, muss ich weit, bis zum Fluss laufen. Wenn ich sie wasche, muss ich mir von der alten Frau, die gleich neben dem Fluss wohnt, ein Tuch leihen. Wenn ich gewaschen habe, esse ich Äpfel. Wenn ich Durst habe, renne ich zum Fluss. Das ist meine Geschichte, die ich euch erzählen wollte."

Die beiden Jungs Marcel und Rolf fuhren so schnell wie möglich nach Hause. Dann erzählten sie die ganze unglaubliche Geschichte des Jungen ihrer Mutter und fragten, ob sie ihn adoptieren könnten. Die Mutter schien nicht ganz einverstanden zu sein, sie sagte sie müsse zuerst darüber schlafen.

"Morgen früh sage ich euch, wie ich mich entschieden habe. Und zudem müssen wir Papa auch noch fragen. Ihr wisst, wie er reagiert, wenn ich etwas ohne seine Erlaubnis mache!" "O.K.!" sagten die Jungs und wollten schlafen gehen. Als sie im Bett lagen, sprachen sie noch miteinander.
"Findest du es nicht gemein, dass wir ein so schönes Zimmer haben und der arme Junge nicht?"

Sie beschlossen, jetzt sofort hinaus zu gehen, um ihn zu sich zu holen. Sie gingen wieder in den Wald zurück und suchten ihn.
Er war auf einen Ast geklettert und schnarchte schon. Die Jungs weckten ihn auf und sagten: "Komm zu uns. Wir haben ein gemütliches Bett für dich."
Der Junge sagte: "Darf ich überhaupt zu euch kommen?" Marcel meinte: "Natürlich darfst du !"

Sie rannten so rasch wie möglich nach Hause und lagen bald wieder in ihren Betten. Diesmal schlief Rolf am Boden und der Junge in seinem Bett.
Am nächsten Morgen kam die Mutter ins Zimmer und schrie auf, als sie den fremden Jungen entdeckte. Sie war entsetzt, als sie sah, dass Rolf am Boden geschlafen hatte.

Sie sagte mit unheilvoller Stimme: "Dies erklärt ihr mir nun aber ganz genau!" Marcel und Rolf erwiderten gleichzeitig: "Mama, das ist der Junge, von dem wir dir erzählt haben."
"Aha", sagte die Mutter. "Ich muss schnell einen Kaffee trinken!"
Später meine sie dann: "O.K., wir adoptieren ihn!" - und dies, ohne zuerst Papa zu fragen!

Und so waren alle glücklich. Nur etwas hatten sie die ganze Zeit nicht bemerkt: Dass sie hereingelegt worden waren. Was sie am nächsten Tag erfuhren war, dass dies nämlich ein Wettbewerb war, welche Familie als erste den Jungen aufnehmen würde. Und sie hatten gewonnen! Der Junge war nicht arm, er lebte sonst bei seiner Familie.

Die Familie von Marcel und Rolf wurde als beste und netteste Familie ausgezeichnet und als Preis erhielten sie ein neues Haus. <<<

Hassan




 
     
 



Die geheimnisvolle Kugel

Es war einmal ein Mädchen, das im Bahnhof über eine silberne Kugel stolperte. Es hob sie auf und schaute die Kugel an. Ausser ihr wartete nur ein alter Mann in einem braunen Ledermantel am Bahnsteig. Er schaute hinüber und beobachtete sie mit grossen Augen. Noemi, so hiess das Mädchen, rieb ein bisschen an der silbernen Kugel und plötzlich erschien ein Text. "Gehe nicht auf den nächsten Zug!" Als der Zug eintraf, blieb sie wie versteinert stehen.

Der Zug fuhr ohne Noemi ab. Sie wusste nicht mehr, was mit ihr geschehen war. Schnell sprang sie zur Anzeigetafel, um zu sehen, wann der nächste Zug fahren würde. Aber es war wie verhext, denn es standen keine Zeiten auf der Tabelle, sie war völlig leer. Noemi war verwirrt, also setzte sie sich hin.
Nach einer Weile ertönte eine aufgeregte Männerstimme aus dem Lautsprecher: "Information der Zürilinie: Es tut mir leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass der Zug nach Oerlikon entgleist ist! Es werden Busse zum Einsatz kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis!" Piep.

Als Noemi nach Hause kam, wollte sie dem Vater sofort alles erzählen. Er sass auf dem Sofa im Wohnzimmer. Der Fernseher war an und Vater weinte. Sie setzte sich neben ihn und tröstete ihn. Noemi wollte wissen, was los sei und fragte: "Paps, was ist denn? Weshalb weinst du?"
Herbert antwortete mit zittriger Stimme: "Melanie, meine Frau, deine Mutter ist bei einem ... Zugunfall ... gestorben!"

Jetzt weinte er noch stärker und Noemi bekam einen Schock. Es schwirrten ihr tausende von Fragen im Kopf herum, wie zum Beispiel: "Wieso ihre Mutter? Was ist mit der Kugel?" Und noch ganz vieles mehr.
"Herbert, schau, diese Kugel habe ich gefunden, als ich am Bahnhof auf meinen Zug gewartet habe. Als ich daran rieb kam ein Text zum Vorschein...", und Noemi erzählte ihrem Vater die ganze Geschichte. Er hörte neugierig zu.

Als Noemi mit Erzählen fertig war schauten die beiden die Kugel an. Wie aus dem Nichts kam ein Text hervor.
Herbert nahm die Kugel und las den Text laut vor: " Lege eine Armbanduhr um die Kugel, stelle eine beliebige Zeit ein - und du kannst die Vergangenheit verändern!"

Noemi riss ihre Uhr vom Handgelenk, stellte die Zeit ein, als sie vorher am Bahnhof gewesen war und legte sie um die Kugel.
"Sssrummm!" Herbert und Noemi fanden sich auf dem Bahnsteig wieder. Sie warteten gespannt auf den Zug, Ungefähr zwei Minuten später fuhr er ein. Herbert rannte schnell zum Lokomitvführer und befahl ihm, er solle über den Lautsprecher die Leute auffordern auszusteigen. Der wollte dies aber nicht tun, also sprach Herbert durch das Mikrophon. Man sah, wie eine Menge von Menschen aus dem Zug drang, unter anderem auch Noemis Mutter. Der Zug war leer, fast leer, es gab Leute, die es einfach nicht glauben wollten!

Der Zug fuhr weiter. Nach wenigen Minuten kam eine Durchsage:"Information der Zürilinie: Es tut mir leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass der Zug nach Oerlikon entgleist ist! Es werden Busse zum Einsatz kommen. Wir bitten um Verständnis!" Piep.
Auf dem Bahnsteig brach ein riesiger Jubel aus! Als es ruhiger wurde, fing Noemi an ihre Geschichte zu erzählen. Die ganze Menschenmasse versammelte sich um sie. Als sie mit Erzählen fertig war, brachen alle wieder in Jubel aus!

Abends klingelte es an der Haustür von Noemis ,Herberts und Melanies Wohnung. Melanie öffnete die Tür. Ein alter Mann mit einem braunen Ledermantel stand unter der Tür.
Mit grossen Augen fragte er:"Könnte ich bitte mit Ihrer Tochter sprechen?"
Melanie bat den alten Herrn herein. Der wollte aber nicht. Als Noemi zur Tür kam, erkannte sie ihn sofort wieder.
Der Alte begann zu sprechen: "Ich hatte die Gewissheit, dass deine Mutter sterben würde und habe dir deshalb die Kugel hingelegt. Jetzt brauchst du sie nicht mehr. Bitte gib sie mir zurück, denn so kann ich weiterhin Menschen das Leben retten!" <<<

Lynn




 
 



Der chinesische Drache

Marcel und Rolf radelten nach dem Sporttraining nach Hause. Als sie durch den dunklen Wald fahren, hören sie plötzlich ein unheimliches Knacken und Rascheln. Sie halten an und die Lichter ihrer Fahrräder huschen über einen Schuh, der aus dem Laub hervorschaute. Ein schlaffer durchnässter Körper folgt und ein Mann, schätzungsweise so um die 50 Jahre alt, fällt vor ihnen auf den Asphalt. Mit einem dunklen Pochen schlägt er wie in Zeitlupe auf dem Boden auf und bleibt dann regungslos liegen.

Ein unterdrückter Schrei durchbricht die Stille dann wieder Ruhe. Der Himmel über ihnen und der Leiche verfärbt sich von einem dunklen Rosa , in ein undurchdringliches Schwarz. Das Licht, welches die Lampen ihrer Fahrräder streuen, wird mattt und matter und verblasst dann schliesslich in einem hellen Rosaton ganz.

Eine unbestimmte Zeit lang standen sie regungslos da. Ihre Herzen rasten wie Trommelwirbel. Plötzlich erklang von weiter Ferne Musik.
Rolf keuchte: "Das ist klassische Musik!"

Das sprechen fiel ihm nach diesem Schock offensichtlich noch schwer. Die ganze Zeit hatten sie sich nicht von der Stelle bewegt. Vor ihnen immer noch der regungslose Körper des Mannes, auf dem nun Regentropfen tanzten. Das dumpfe und vielstimmige Tock, Tock und die Musik aus dem Wald formten sich zu einem fürchterlichen Konzert. Jetzt erst wurde ihnen klar, in welch furchteinflösender Situation sie sich befanden. Und im gleichen Augenblick spürten sie kalten Schweiss über ihre gesträubten Nackenhaare sickern. Nur noch ein Gedanke besetzte ihre Köpfe: "Weg von diesem Alptraum!"

Als wären sie ferngesteuert setzten sie sich in Bewegung, angsam und angestrengt nicht daran denkend, dass sie sich gerade über eine Leiche bewegten.
Ein Schrei entwich Rolf, als eine Hand ihn von unten packte. Der Versuch sich los zu reissen war vergebens. Ein Schauer lief über Rolfs Rücken, als er langsam herrunter blickte: sein Bein war taub vom festen Umklammern ducrh die Hand der Leiche und dieser Kälte, die sich nun über ihn ausbreitete. Da löste sich dieser klammernde Griff allmählich und eine Stimme, die von weit her zu kommen schien, sagte irgendwelche unverständliche Worte.

Rolf nahm nun allen Mut zusammen, schaute nach unten und sah gerade noch die vor Erschöpffung schlaff gewordene Hand des, wie er nun sah, vollbärtigen Mannes, auf den feuchten Waldboden sinken. Und er bemerkte die vollen Lippen des Mannes, die langsam, aber gezielt Worte in einer fremden Sprache formten.

"Es ist Italienisch", vermutete Rolf. Da plötzlich verlangsamte der Italiener seine Bewegungen und nach einem darauf folgenden Atemzug verstummte er schliesslich ganz. Schlaff und regungslos lag er da, den Kopf leicht zur Seite gelegt. Jetzt konnte Rolf etwas höchst Seltsames erkennen. Am Hals der etwas kräftig gebauten Leiche war ein Muttermal mit den unverkennbaren Umrissen der Form eines chinesischen Drachens. Plötzlich war es Rolf, als würde er von einem unheimlich starken Sog zurückgezogen. Alles verschwamm vor seinen Augen. Er konnte die Umrisse des Mannes nur noch schwach erkennen.

Die Musik aus dem gerade noch so fernen Wald wurde immer lauter und aufdringlicher. Und dann "Wumm!" - zitternd und schweissgebadet landet er neben seinem Bett am Boden. Aus seinem auf Hochturen laufenden Wecker schmetterte laute, Trommelfell strapazierende, schreckliche klassische Musik. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis Rolf begriffen hatte, dass er alles nur geträumt hatte. Und da er wusste, dass er nach Alpträumen ohnehin nicht mehr schlafen konnte, stand er gähnend auf. Und da es Samstag war beschloss er es sich vor dem Fernseher gemütlich zu machen.

Doch beim Durchzappen stockte er plötzlich und hielt den Atem an. Auf dem Bildschirm erschien das Bild eines Mannes und daneben eine Vermisstenanzeige. Aber nicht das Bild liess ihn stocken, sondern das übergrosse Muttermal, das unter dem Abschnitt "Besondere Merkmale" abgebildet war. Es zeigte den unverkennbaren Umriss eines Drachenkopfes, eines chinesischen Drachens, des Drachens aus seinem Traum! <<<

Aline




 
 

Die Fahrt ins Glück

Da sah sie ihn im Tram. Sie konnte ihre Augen nicht mehr vom ihm lassen, plötzlich drehte er sich um, er schaute sie an und ein Lächeln huschte über sein Gesicht!

Mips und Mops sahen sich lange an, denn auch ihnen ist aufgefallen , dass zwischen den beiden Besitzern elektrisierte Stimmung herrschte! Als die Station kam, an der Mips und Nina aussteigen mussten, standen auch Mops und Kevin auf. Das Hundepaar sah bei der Haltestelle eine Werbetafel für "Glapie", das ideale Menü für Hunde. Beide starrten das Plakat an, als würde es sich in fünf Sekunden in wirkliches "Glapie" verwandeln. Deshalb hatten die beiden Turteltauben auch genug Zeit, um sich zu unterhalten!

Doch am Anfang kam nur Schrott heraus, wie ähm, also, öh, ah und andere wenig Aussage kräftige Töne. Doch endlich hatten sie den geeigneten Gesprächsstoff gefunden: die Hunde, Mips und Mops. Endlich fragten sich Nina und Kevin über Rasse, Vorlieben und über sich selber wie Adresse, Alter aus. Sie kamen so richtig in Fahrt, dass sie gar nicht merkten, wie die Zeit verging. Erst als erste Regentropfen den Rücken hinab glitt, besannen sie sich, dass schon eine Stunde vergangen war. Na, endlich: da beide ein Natel besassen, wurden noch kurz die Nummern ausgetauscht und ab ins jeweilige Haus.

Man erledigte Hausaufgaben und gab den lieben Tieren natürlich "Glapie" und streichelte sie ordentlich. Am Abend wurde nur an den jeweiligen Traumlover gedacht. Als dann endlich Nina auf die Idee kam, ein süsses SMS zu schreiben, war es nach weiteren fünf SMS so weit: Das erste Date wurde geplant! Man entschied sich für den Park, denn dort konnten sich auch Mips und Mops besser kennen lernen. Das Date war ein voller Erfolg.
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Olivia




 
 

Die silberne Kugel

Es war einmal ein Mädchen, das im Bahnhof über eine silberne Kugel stolperte. Es hob sie auf und die Kugel fing an zu glitzern. Sie wurde immer heller und heller. Das Mädchen Lisa liess sie vor Angst los. Die Kugel fiel zu Boden und wurde doppelt so gross. Lisa steckte die Kugel schnell in die Tasche und eilte nach Hause. Als sie ankam, schlich sie ins Zimmer und griff nach der Kugel in ihrer Tasche und zog sie heraus. Als sie die Kugel ein bisschen rieb, tauchte in der Kugel plötzlich ein männliches Gesicht auf. Es sagte, dass sie drei Wünsche hätte und was sie sich wünschte. Zuerst wünschte sie sich, dass sie keine Schule mehr hätte.

Aber am nächsten Tag erklärte ihr die Mutter, dass man ohne Schule keine Arbeit bekomme und dass sie ohne Arbeit kein Geld verdiente. Lisa konnte sich nicht vorstellen, ohne Geld zu leben. Also rannte sie schnell in ihr Zimmer und wünschte, den Wunsch rückgängig zu machen.

Zwei Wünsche hatte sie verbraucht, also hatte sie noch einen offen. Für diesen Wunsch wollte sie sich etwas Besonderes ausdenken. Sie wünschte sich ein Weltstar zu sein. Und sie überlegte nicht lange, ob das gut sei, sie wünschte es sich einfach und plötzlich war sie in Hollywood und um sie herum alles Reporter und Kameras. Sie wollte da weg, aber es waren einfach zu viele Leute.
Lisa schrie: ,,Lasst mich in Ruhe!'' Da kamen, sofort Bodyguards und brachten sie weg.

Drei Jahre waren vergangen. Bis jetzt hatte sie schon 4 Filme gedreht und hatte noch Berge von Arbeit. Natürlich vermisste sie ihre Familie, die sie seit dem Wunsch nicht mehr gesehen hatte. Sie hatte keine Zeit mehr. Die Kugel bessas sie zwar noch, aber sie hatte schon alle drei Wünsche verbraucht. Als sie zu weinen anfing, fiel eine Träne auf die silberne Kugel. Da wurde sie wieder heller und heller wie am Anfang der Geschichte. Sie leuchtete viel stärker und Lisa konnte nichts mehr sehen. Sie fiel zu Boden.

Als sie wieder aufwachte, lag sie im Elternhaus in ihrem Zimmer. Als sie merkte, dass sie zu Hause war, rannte sie hinunter. In der Küche umarmte sie ihre Mutter. Da fragte die Mutter: "Was hast du, Lisa?"
Sie sagte: "Ich werde euch nie wieder verlassen."
"Aber Lisa, du warst doch die ganze oben in deinem Zimmer am Schlafen."
Als sie wieder in ihr Zimmer ging, fing sie an zu lachen, denn das war alles offenbar nur ein Traum gewesen. <<<

Veton