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Der erfüllte Wunsch
Es war einmal ein Mädchen, das im Bahnhof über
eine silberne Kugel stolperte. Es hob sie auf und schaute sie
verwundert an. Das Mädchen, sie hiess Livia, sagte sich,
dass die Kugel jetzt ihre Glückkugel sei, weil sie darüber
gestolpert, aber nicht gestürzt war. Sie nahm sie mit nach
Hause.
Dort angekommen wollte sie mit der Kugel spielen, doch sie rollte
einfach davon, ohne dass sie sie berührt hätte. Livia
wurde wütend, weil sie nicht fangen konnte. Weil Livia
am nächsten Tag aber die Kugel ihren Freundinnen zeigen
wollte, hätte sie sie mitnehmen wollen, aber zuerst musste
die Kugel gefunden werden! Sie lag unter ihrem Bett.
Sie ging zur Schule. Alle ihre Freundinnen beneideten sie um
die Kugel. Sie war offenbar aus echtem Silber.
Auf dem Heimweg hoffte Livia, dass ihre Mutter da wäre,
denn sie wollte ihr die Kugel zeigen, denn das hatte sie noch
nicht getan. Aber die Mutter war nicht da. Livia war traurig.
Sie wünschte es sich so sehr, denn sie sah ihre Mutter
fast nie.
Plötzlich begann die Kugel in der Hand von Livia zu blinken.
Sie erschrak. Livia wusste nicht was das zu bedeuten hatte.
Doch es war nichts Schlimmes, denn die Kugel blinkte nur, wenn
ein Wunsch in Erfüllung ging. Aber Livia wusste das natürlich
nicht. Nach ein paar Minuten blinkte die Kugel nicht mehr und
da läutete es an der Tür.
Livia machte auf und da stand ihre Mutter vor ihr. Sie hatte
sich frei genommen, um mit ihrer Tochter zusammen zu sein. Livia
war überglücklich und sagte zur Kugel: " Du hast
das gemacht; oder?" Plötzlich begann die Kugel zu
sprechen: " Ja, sicher habe ich das gemacht. Ich bin eine
Zauberkugel. Ich erfülle Kinderwünsche und das habe
ich auch für dich gemacht, denn du hast mich gebraucht.
Aber ich kann nur noch diese Woche bei dir bleiben. Es gibt
noch andere Kinder, die mich, brauchen!"
Livia hatte in dieser Woche mit der Kugel viel Spass. Diese
Erinnerung blieb für immer. Und die Kugel? Die hat Livia
beim Bahnhof wieder abgesetzt. Sie erfüllt noch viele andere
Kinderwünsche und auch diese Kinder sind immer glücklich
geblieben. <<<
Belinda
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Eine Tasse Kaffee und ein Mord
Da sah sie ihn im Tram. Sie konnte ihre Augen nicht mehr von
ihm lassen. Plötzlich drehte er sich um, er schaute sie
an und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Schnell
schaute sie auf die andere Seite. Der Junge mit den strohblonden
Haaren lief, mit festem Blick auf das Mädchen gerichtet,
auf sie zu.
"Hi, ich bin Jony Lier."
Der Knabe reichte ihr die Hand. Mit einem schüchternen
Lächeln nahm sie seine Hand.
"Freut mich, mein Name ist Katharina, Katharina Köster."
"Ah, du bist also die reiche Tochter des Richters",
erwiderte Jony. "ICH würde alles dafür geben,
einmal so reich zu sein."
"Wenn du willst lade ich dich auf einen Kaffee bei mir
zu Hause ein. Na, was sagst du?"
"Liebend gerne."
Eine langweilige Stimme ertönte im ganzen Tram: "Wollerging,
Endstation", sagte sie.
"Los, lass uns aussteigen."
Der Weg bis zum Waldrand war nicht so lang, jedenfalls schien
es ihnen so, denn sie redeten und quatschten, dass die Zeit
wie im Flug vorbeiging.
Am Waldrand angelangt, wurde Jony merkwürdig nervös.
"Ha... Ha... Halt!"
"Was ist?"
"Katherina, willst du wirklich durch diesen Wald hier?"
"Ja klar, das ist der schnellste Weg nach Hause."
"Gibt es denn auch noch einen anderen Weg zu deiner Villa?"
"Ja, schon, aber das ist ein grosser Umweg!", erwiderte
Katharina.
"Die andere Route ist doch viel schöner und romantischer,"
argumentierte er. Und ohne noch ein einziges Wort zu verlieren,
drehte er sich um und sie liefen ins Gespräch vertieft
die Abzweigung links hinunter.
Dieser Weg führte an prächtigen Linden vorbei. Bei
diesem Anblick dachte Katharina: "Jony hat recht, dieser
Weg ist wirklich viel romantischer. Aber warum wollte er nicht
durch den Wald gehen? Tja, ist mir auch egal." Jony riss
sie aus ihren Gedanken: " Schau mal, der Himmel ist ja
ganz bewölkt."
Kaum hatte er dies gesagt, ertönte ein lautes Donnern und
für zwei Sekunden wurde der dunkle Himmel von einem hellen
Blitz erleuchtet und schon spürte Jony den ersten Regentropfen.
"Komm schnell, es fängt zu regnen an. Es ist nicht
mehr weit zu unserer Villa", keuchte Katharina.
Völlig durchnässt stiegen sie die Treppe zu Katharinas
Zimmer hinauf und schlossen in Sekunden die Zimmertür.
Gegenseitig frottierten sie sich die platschnassen Haare. Als
Katharina sich umziehen ging, bewunderte Jony unterdessen die
unzähligen Pokale, die in einem Glasgestell standen. Katharina
betrat das Zimmer mit trockenen Klamotten.
"Woher hast du denn die?", fragte Jony und zeigte
auf die Pokale.
"Ach die, die hatte ich alle an meinen Volleyballturnieren
gewonnen", antwortete sie.
Jony konnte seinen Blick nicht von einem speziell grossen Pokal
lassen.
"Hast du nicht Lust auf einen Kaffee?" wollte Katharina
wissen. "Oh, doch, sehr gerne", nahm Jony dankend
an.
Die Zeit verging schnell und schon waren die Kaffeetassen leer.
"Ich hoffe ich werde dich irgendwann wieder sehen",
sagte Jony.
Die Haustür knallte und weg war er. Als Katharina wieder
in ihr Zimmer kam, traf sie der Schlag. "Was , schon neun
Uhr, verdammt!" fluchte sie. Schnell ass sie etwas , putzte
ihre Zähne und hüpfte schliesslich ins Bett.
Zum Glück war heute Samstag. Das hiess ausschlafen. Völlig
vergnügt und fröhlich betrat Katharina den Speisesaal.
Sie hob die Tageszeitung auf und las auf der Titelseite: MORD
IM WALD VON WOLLERGING.
Sie konnte es nicht fassen und las weiter:
"Gestern am 22. Mai wurde eine Leiche im Wald von Wollerging
gefunden. Die ungefähr 21-jährige Frau wurde mit zwei
Messerstichen von hinten ermordet. Neben der Leiche fand die
Polizei ein Messer mit den Initialen "J.L." ..."
Mit offenem Munde dachte Katharina: "Initialen J.L.",
das muss Jony Lier heissen." Sie spürte wie ihr die
Tränen hoch stiegen. So schnell sie konnte, rannte sie
auf ihr Zimmer und verbarg ihr Gesicht unter den grössten
Kissen, das sie besass . Für einen kurzen Augenblick schaute
sie auf und da sah sie es ... ihr grösster und wertvollster
Pokal war weg, verschwunden, einfach nicht mehr da.
Da wurde ihr so einiges klar. Jony war ein Dieb und vielleicht
sogar ein Mörder.
Doch sie fand nie den Mut irgendetwas irgendwem zu erzählen.
Und Jony hat sie in ihrem Leben nie mehr gesehen.
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Armer Junge
Marcel Rolf radeln nach dem Sporttraining nach Hause. Als sie
durch den dunklen Wald fahren, hören sie ein unheimliches
Knacken und Rascheln. Sie halten an und die Lichter ihrer Fahrräder
leuchten auf einen Schuh, der aus dem Laub hervorschaute. Es
war ein Junge, der sich versteckte, als er die zwei Jungs kommen
sah. Er hatte Angst. Er versteckte sich in einem Gebüsch.
Er rief: "Verschwindet, verschwindet aus meinem Wald. Ich
bin der Bewohner hier". Marcel und Rolf antworteten: "Wir
wollen dir gar nichts tun. Wir kommen vom Training." Der
Junge sagte: "Ach so! Wisst ihr, ich habe Angst vor Hunden.
Als ich drei Jahre alt war liessen mich meine Eltern zurück.
Es kümmerte sich niemand mehr um mich.I ch starb fast,
bis plötzlich ein Mann auftauchte und mich zu sich nahm.
Er zog mich gross. Als ich fast erwachsen war, brachte der Mann
mich in den Wald zurück. Bis heute lebe ich von Äpfeln,
die an den Bäumen hängen. Ich habe ständig die
gleichen Kleider an. Wenn ich sie waschen will, muss ich weit,
bis zum Fluss laufen. Wenn ich sie wasche, muss ich mir von
der alten Frau, die gleich neben dem Fluss wohnt, ein Tuch leihen.
Wenn ich gewaschen habe, esse ich Äpfel. Wenn ich Durst
habe, renne ich zum Fluss. Das ist meine Geschichte, die ich
euch erzählen wollte."
Die beiden Jungs Marcel und Rolf fuhren so schnell wie möglich
nach Hause. Dann erzählten sie die ganze unglaubliche Geschichte
des Jungen ihrer Mutter und fragten, ob sie ihn adoptieren könnten.
Die Mutter schien nicht ganz einverstanden zu sein, sie sagte
sie müsse zuerst darüber schlafen.
"Morgen früh sage ich euch, wie ich mich entschieden
habe. Und zudem müssen wir Papa auch noch fragen. Ihr wisst,
wie er reagiert, wenn ich etwas ohne seine Erlaubnis mache!"
"O.K.!" sagten die Jungs und wollten schlafen gehen.
Als sie im Bett lagen, sprachen sie noch miteinander.
"Findest du es nicht gemein, dass wir ein so schönes
Zimmer haben und der arme Junge nicht?"
Sie beschlossen, jetzt sofort hinaus zu gehen, um ihn zu sich
zu holen. Sie gingen wieder in den Wald zurück und suchten
ihn.
Er war auf einen Ast geklettert und schnarchte schon. Die Jungs
weckten ihn auf und sagten: "Komm zu uns. Wir haben ein
gemütliches Bett für dich."
Der Junge sagte: "Darf ich überhaupt zu euch kommen?"
Marcel meinte: "Natürlich darfst du !"
Sie rannten so rasch wie möglich nach Hause und lagen bald
wieder in ihren Betten. Diesmal schlief Rolf am Boden und der
Junge in seinem Bett.
Am nächsten Morgen kam die Mutter ins Zimmer und schrie
auf, als sie den fremden Jungen entdeckte. Sie war entsetzt,
als sie sah, dass Rolf am Boden geschlafen hatte.
Sie sagte mit unheilvoller Stimme: "Dies erklärt ihr
mir nun aber ganz genau!" Marcel und Rolf erwiderten gleichzeitig:
"Mama, das ist der Junge, von dem wir dir erzählt
haben."
"Aha", sagte die Mutter. "Ich muss schnell einen
Kaffee trinken!"
Später meine sie dann: "O.K., wir adoptieren ihn!"
- und dies, ohne zuerst Papa zu fragen!
Und so waren alle glücklich. Nur etwas hatten sie die
ganze Zeit nicht bemerkt: Dass sie hereingelegt worden waren.
Was sie am nächsten Tag erfuhren war, dass dies nämlich
ein Wettbewerb war, welche Familie als erste den Jungen aufnehmen
würde. Und sie hatten gewonnen! Der Junge war nicht arm,
er lebte sonst bei seiner Familie.
Die Familie von Marcel und Rolf wurde als beste und netteste
Familie ausgezeichnet und als Preis erhielten sie ein neues
Haus. <<<
Hassan
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Die geheimnisvolle Kugel
Es war einmal ein Mädchen, das im Bahnhof über eine
silberne Kugel stolperte. Es hob sie auf und schaute die Kugel
an. Ausser ihr wartete nur ein alter Mann in einem braunen
Ledermantel am Bahnsteig. Er schaute hinüber und beobachtete
sie mit grossen Augen. Noemi, so hiess das Mädchen, rieb
ein bisschen an der silbernen Kugel und plötzlich erschien
ein Text. "Gehe nicht auf den nächsten Zug!"
Als der Zug eintraf, blieb sie wie versteinert stehen.
Der Zug fuhr ohne Noemi ab. Sie wusste nicht mehr, was mit
ihr geschehen war. Schnell sprang sie zur Anzeigetafel, um
zu sehen, wann der nächste Zug fahren würde. Aber
es war wie verhext, denn es standen keine Zeiten auf der Tabelle,
sie war völlig leer. Noemi war verwirrt, also setzte
sie sich hin.
Nach einer Weile ertönte eine aufgeregte Männerstimme
aus dem Lautsprecher: "Information der Zürilinie:
Es tut mir leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass der Zug
nach Oerlikon entgleist ist! Es werden Busse zum Einsatz kommen.
Wir bitten um Ihr Verständnis!" Piep.
Als Noemi nach Hause kam, wollte sie dem Vater sofort alles
erzählen. Er sass auf dem Sofa im Wohnzimmer. Der Fernseher
war an und Vater weinte. Sie setzte sich neben ihn und tröstete
ihn. Noemi wollte wissen, was los sei und fragte: "Paps,
was ist denn? Weshalb weinst du?"
Herbert antwortete mit zittriger Stimme: "Melanie, meine
Frau, deine Mutter ist bei einem ... Zugunfall ... gestorben!"
Jetzt weinte er noch stärker und Noemi bekam einen Schock.
Es schwirrten ihr tausende von Fragen im Kopf herum, wie zum
Beispiel: "Wieso ihre Mutter? Was ist mit der Kugel?"
Und noch ganz vieles mehr.
"Herbert, schau, diese Kugel habe ich gefunden, als ich
am Bahnhof auf meinen Zug gewartet habe. Als ich daran rieb
kam ein Text zum Vorschein...", und Noemi erzählte
ihrem Vater die ganze Geschichte. Er hörte neugierig
zu.
Als Noemi mit Erzählen fertig war schauten die beiden
die Kugel an. Wie aus dem Nichts kam ein Text hervor.
Herbert nahm die Kugel und las den Text laut vor: " Lege
eine Armbanduhr um die Kugel, stelle eine beliebige Zeit ein
- und du kannst die Vergangenheit verändern!"
Noemi riss ihre Uhr vom Handgelenk, stellte die Zeit ein,
als sie vorher am Bahnhof gewesen war und legte sie um die
Kugel.
"Sssrummm!" Herbert und Noemi fanden sich auf dem
Bahnsteig wieder. Sie warteten gespannt auf den Zug, Ungefähr
zwei Minuten später fuhr er ein. Herbert rannte schnell
zum Lokomitvführer und befahl ihm, er solle über
den Lautsprecher die Leute auffordern auszusteigen. Der wollte
dies aber nicht tun, also sprach Herbert durch das Mikrophon.
Man sah, wie eine Menge von Menschen aus dem Zug drang, unter
anderem auch Noemis Mutter. Der Zug war leer, fast leer, es
gab Leute, die es einfach nicht glauben wollten!
Der Zug fuhr weiter. Nach wenigen Minuten kam eine Durchsage:"Information
der Zürilinie: Es tut mir leid Ihnen mitteilen zu müssen,
dass der Zug nach Oerlikon entgleist ist! Es werden Busse
zum Einsatz kommen. Wir bitten um Verständnis!"
Piep.
Auf dem Bahnsteig brach ein riesiger Jubel aus! Als es ruhiger
wurde, fing Noemi an ihre Geschichte zu erzählen. Die
ganze Menschenmasse versammelte sich um sie. Als sie mit Erzählen
fertig war, brachen alle wieder in Jubel aus!
Abends klingelte es an der Haustür von Noemis ,Herberts
und Melanies Wohnung. Melanie öffnete die Tür. Ein
alter Mann mit einem braunen Ledermantel stand unter der Tür.
Mit grossen Augen fragte er:"Könnte ich bitte mit
Ihrer Tochter sprechen?"
Melanie bat den alten Herrn herein. Der wollte aber nicht.
Als Noemi zur Tür kam, erkannte sie ihn sofort wieder.
Der Alte begann zu sprechen: "Ich hatte die Gewissheit,
dass deine Mutter sterben würde und habe dir deshalb
die Kugel hingelegt. Jetzt brauchst du sie nicht mehr. Bitte
gib sie mir zurück, denn so kann ich weiterhin Menschen
das Leben retten!" <<<
Lynn
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Der chinesische Drache
Marcel und Rolf radelten nach dem Sporttraining nach Hause.
Als sie durch den dunklen Wald fahren, hören sie plötzlich
ein unheimliches Knacken und Rascheln. Sie halten an und die
Lichter ihrer Fahrräder huschen über einen Schuh,
der aus dem Laub hervorschaute. Ein schlaffer durchnässter
Körper folgt und ein Mann, schätzungsweise so um
die 50 Jahre alt, fällt vor ihnen auf den Asphalt. Mit
einem dunklen Pochen schlägt er wie in Zeitlupe auf dem
Boden auf und bleibt dann regungslos liegen.
Ein unterdrückter Schrei durchbricht die Stille dann
wieder Ruhe. Der Himmel über ihnen und der Leiche verfärbt
sich von einem dunklen Rosa , in ein undurchdringliches Schwarz.
Das Licht, welches die Lampen ihrer Fahrräder streuen,
wird mattt und matter und verblasst dann schliesslich in einem
hellen Rosaton ganz.
Eine unbestimmte Zeit lang standen sie regungslos da. Ihre
Herzen rasten wie Trommelwirbel. Plötzlich erklang von
weiter Ferne Musik.
Rolf keuchte: "Das ist klassische Musik!"
Das sprechen fiel ihm nach diesem Schock offensichtlich noch
schwer. Die ganze Zeit hatten sie sich nicht von der Stelle
bewegt. Vor ihnen immer noch der regungslose Körper des
Mannes, auf dem nun Regentropfen tanzten. Das dumpfe und vielstimmige
Tock, Tock und die Musik aus dem Wald formten sich zu einem
fürchterlichen Konzert. Jetzt erst wurde ihnen klar,
in welch furchteinflösender Situation sie sich befanden.
Und im gleichen Augenblick spürten sie kalten Schweiss
über ihre gesträubten Nackenhaare sickern. Nur noch
ein Gedanke besetzte ihre Köpfe: "Weg von diesem
Alptraum!"
Als wären sie ferngesteuert setzten sie sich in Bewegung,
angsam und angestrengt nicht daran denkend, dass sie sich
gerade über eine Leiche bewegten.
Ein Schrei entwich Rolf, als eine Hand ihn von unten packte.
Der Versuch sich los zu reissen war vergebens. Ein Schauer
lief über Rolfs Rücken, als er langsam herrunter
blickte: sein Bein war taub vom festen Umklammern ducrh die
Hand der Leiche und dieser Kälte, die sich nun über
ihn ausbreitete. Da löste sich dieser klammernde Griff
allmählich und eine Stimme, die von weit her zu kommen
schien, sagte irgendwelche unverständliche Worte.
Rolf nahm nun allen Mut zusammen, schaute nach unten und sah
gerade noch die vor Erschöpffung schlaff gewordene Hand
des, wie er nun sah, vollbärtigen Mannes, auf den feuchten
Waldboden sinken. Und er bemerkte die vollen Lippen des Mannes,
die langsam, aber gezielt Worte in einer fremden Sprache formten.
"Es ist Italienisch", vermutete Rolf. Da plötzlich
verlangsamte der Italiener seine Bewegungen und nach einem
darauf folgenden Atemzug verstummte er schliesslich ganz.
Schlaff und regungslos lag er da, den Kopf leicht zur Seite
gelegt. Jetzt konnte Rolf etwas höchst Seltsames erkennen.
Am Hals der etwas kräftig gebauten Leiche war ein Muttermal
mit den unverkennbaren Umrissen der Form eines chinesischen
Drachens. Plötzlich war es Rolf, als würde er von
einem unheimlich starken Sog zurückgezogen. Alles verschwamm
vor seinen Augen. Er konnte die Umrisse des Mannes nur noch
schwach erkennen.
Die Musik aus dem gerade noch so fernen Wald wurde immer lauter
und aufdringlicher. Und dann "Wumm!" - zitternd
und schweissgebadet landet er neben seinem Bett am Boden.
Aus seinem auf Hochturen laufenden Wecker schmetterte laute,
Trommelfell strapazierende, schreckliche klassische Musik.
Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis Rolf begriffen hatte, dass
er alles nur geträumt hatte. Und da er wusste, dass er
nach Alpträumen ohnehin nicht mehr schlafen konnte, stand
er gähnend auf. Und da es Samstag war beschloss er es
sich vor dem Fernseher gemütlich zu machen.
Doch beim Durchzappen stockte er plötzlich und hielt
den Atem an. Auf dem Bildschirm erschien das Bild eines Mannes
und daneben eine Vermisstenanzeige. Aber nicht das Bild liess
ihn stocken, sondern das übergrosse Muttermal, das unter
dem Abschnitt "Besondere Merkmale" abgebildet war.
Es zeigte den unverkennbaren Umriss eines Drachenkopfes, eines
chinesischen Drachens, des Drachens aus seinem Traum!
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Aline
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Die Fahrt ins Glück
Da sah sie ihn im Tram. Sie konnte ihre Augen nicht mehr vom
ihm lassen, plötzlich drehte er sich um, er schaute sie
an und ein Lächeln huschte über sein Gesicht!
Mips und Mops sahen sich lange an,
denn auch ihnen ist aufgefallen , dass zwischen den beiden
Besitzern elektrisierte Stimmung herrschte! Als die Station
kam, an der Mips und Nina aussteigen mussten, standen auch
Mops und Kevin auf. Das Hundepaar sah bei der Haltestelle
eine Werbetafel für "Glapie", das ideale Menü
für Hunde. Beide starrten das Plakat an, als würde
es sich in fünf Sekunden in wirkliches "Glapie"
verwandeln. Deshalb hatten die beiden Turteltauben auch genug
Zeit, um sich zu unterhalten!
Doch am Anfang kam nur Schrott heraus, wie ähm, also,
öh, ah und andere wenig Aussage kräftige Töne.
Doch endlich hatten sie den geeigneten Gesprächsstoff
gefunden: die Hunde, Mips und Mops. Endlich fragten sich Nina
und Kevin über Rasse, Vorlieben und über sich selber
wie Adresse, Alter aus. Sie kamen so richtig in Fahrt, dass
sie gar nicht merkten, wie die Zeit verging. Erst als erste
Regentropfen den Rücken hinab glitt, besannen sie sich,
dass schon eine Stunde vergangen war. Na, endlich: da beide
ein Natel besassen, wurden noch kurz die Nummern ausgetauscht
und ab ins jeweilige Haus.
Man erledigte Hausaufgaben und gab den lieben Tieren natürlich
"Glapie" und streichelte sie ordentlich. Am Abend
wurde nur an den jeweiligen Traumlover gedacht. Als dann endlich
Nina auf die Idee kam, ein süsses SMS zu schreiben, war
es nach weiteren fünf SMS so weit: Das erste Date wurde
geplant! Man entschied sich für den Park, denn dort konnten
sich auch Mips und Mops besser kennen lernen. Das Date war
ein voller Erfolg. <<<
Olivia
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Die silberne Kugel
Es war einmal ein Mädchen, das im Bahnhof über eine
silberne Kugel stolperte. Es hob sie auf und die Kugel fing
an zu glitzern. Sie wurde immer heller und heller. Das Mädchen
Lisa liess sie vor Angst los. Die Kugel fiel zu Boden und wurde
doppelt so gross. Lisa steckte die Kugel schnell in die Tasche
und eilte nach Hause. Als sie ankam, schlich sie ins Zimmer
und griff nach der Kugel in ihrer Tasche und zog sie heraus.
Als sie die Kugel ein bisschen rieb, tauchte in der Kugel plötzlich
ein männliches Gesicht auf. Es sagte, dass sie drei Wünsche
hätte und was sie sich wünschte. Zuerst wünschte
sie sich, dass sie keine Schule mehr hätte.
Aber am nächsten Tag erklärte
ihr die Mutter, dass man ohne Schule keine Arbeit bekomme
und dass sie ohne Arbeit kein Geld verdiente. Lisa konnte
sich nicht vorstellen, ohne Geld zu leben. Also rannte sie
schnell in ihr Zimmer und wünschte, den Wunsch rückgängig
zu machen.
Zwei Wünsche hatte sie verbraucht,
also hatte sie noch einen offen. Für diesen Wunsch wollte
sie sich etwas Besonderes ausdenken. Sie wünschte sich
ein Weltstar zu sein. Und sie überlegte nicht lange,
ob das gut sei, sie wünschte es sich einfach und plötzlich
war sie in Hollywood und um sie herum alles Reporter und Kameras.
Sie wollte da weg, aber es waren einfach zu viele Leute.
Lisa schrie: ,,Lasst mich in Ruhe!'' Da kamen, sofort Bodyguards
und brachten sie weg.
Drei Jahre waren vergangen. Bis jetzt hatte
sie schon 4 Filme gedreht und hatte noch Berge von Arbeit.
Natürlich vermisste sie ihre Familie, die sie seit dem
Wunsch nicht mehr gesehen hatte. Sie hatte keine Zeit mehr.
Die Kugel bessas sie zwar noch, aber sie hatte schon alle
drei Wünsche verbraucht. Als sie zu weinen anfing, fiel
eine Träne auf die silberne Kugel. Da wurde sie wieder
heller und heller wie am Anfang der Geschichte. Sie leuchtete
viel stärker und Lisa konnte nichts mehr sehen. Sie fiel
zu Boden.
Als sie wieder aufwachte, lag sie im Elternhaus
in ihrem Zimmer. Als sie merkte, dass sie zu Hause war, rannte
sie hinunter. In der Küche umarmte sie ihre Mutter. Da
fragte die Mutter: "Was hast du, Lisa?"
Sie sagte: "Ich werde euch nie wieder verlassen."
"Aber Lisa, du warst doch die ganze oben in deinem Zimmer
am Schlafen."
Als sie wieder in ihr Zimmer ging, fing sie an zu lachen,
denn das war alles offenbar nur ein Traum gewesen.
<<<
Veton
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