| |
Im Februar dieses Jahres hat der Bildungsrat des Kantons
Zürich die flächendeckende Einführung der «Neugestaltung
des 9. Schuljahres» ab Schuljahr 2009/10 bis 2011/12
beschlossen. Zentrale Elemente dieser Neuausrichtung sind
die individuelle Standortbestimmung der SchülerInnen
im 8. Schuljahr mittels des computergestützten Testsystems
«Stellwerk», ein schulisches Standortgespräch,
sowie darauf aufbauend die gezielte Förderung von Stärken
und das Aufarbeiten von Schwächen.
Die Evaluation des bereits durchgeführten Pilotprojekts
in einer Reihe von Schulen zeigt, dass die Jugendlichen so
gezielter auf den Einstieg in die Berufswelt und weiterführende
Schulen vorbereitet werden. Die Stärke des neu gestalteten
9. Schuljahres besteht darin, dass die SchülerInnen auf
der Grundlage eines förderdiagnostischen Instruments
und der persönlichen Standortbestimmung individuell und
gezielt unterstützt werden können.
Es versteht sich von selbst, dass eine Neuorganisation des
9. Schuljahres auch auf die ersten beiden Schuljahre der Sekundarschule
Auswirkungen haben muss. Erforderliche Arbeitstechniken und
Kompetenzen als Voraussetzung für individuelles Lernen
bedürfen über eine längere Dauer der Entwicklung
und der Förderung. Die Sekundarschule Rüschlikon
hat deshalb in den letzten drei Jahren wichtige Elemente der
Neuorganisation des 9. Schuljahres bereits schrittweise umgesetzt,
um bei der generellen Einführung nicht bei Null beginnen
zu müssen.
1. und 2. Klasse:
Förderprojekt Realien
Ein wichtiger Schritt in Richtung Individualisierung ist die
Durchführung des Förderprojekts Realien. An einem
Nachmittag pro Woche (3 Lektionen) lernen die SchülerInnen
im Rahmen des Realienunterrichts eine Reihe von Methoden kennen,
um einen Stoff selbstständig erarbeiten zu können.
Sie stellen eigene Fragen, setzen sich Lernziele, planen und
steuern ihren Lernprozess, übertragen Gelerntes auf andere
Situationen, holen gezielt Hilfe, treten mit anderen in Dialog
und arbeiten zusammen.
2. Klasse: Stellwerk
Vor den Sportferien ist das Stellwerk erstmals an unserer
Schule eingesetzt worden. Es handelt sich dabei um einen Online-Test
in den Fächern Deutsch, Mathematik, Französisch
und Englisch. Die Tests werden über das Internet gelöst
und sind so gesteuert, dass den Schülerinnen und Schülern
Aufgaben vorgelegt werden, die ihrem momentanen Leistungsstand
entsprechen. Das erstellte Stärken-/Schwächen-Profil
jedes einzelnen dient als Grundlage der individuellen Förderung
im 3. Schuljahr. Ein Standortgespräch unterstreicht
die Bedeutung dieses Prozesses.
3. Klasse: Atelier und Projektarbeit
zum Abschluss der Oberstufe
Während 2 Lektionen pro Woche haben die SchülerInnen
im Atelier Gelegenheit, aufgrund der Ergebnisse des Stellwerks
und mit Blick auf die Berufswahl, ihre Stärken und mangelnde
Kompetenzen zu fördern. Individuelle Lernverträge
zwischen Lernenden und Lehrperson unterstützen den Lernprozess.
In weiterführenden Schulen, aber auch in der Berufsschule,
werden von den Jugendlichen schriftliche Arbeiten in grösserem
Umfang verlangt. Wie eine solche Arbeit angepackt, dargestellt
und abgeschlossen wird, erfahren die Jugendlichen beim Erstellen
einer Abschlussarbeit über ein frei gewähltes Thema.
Die Sekundarschule Rüschlikon beteiligt sich mit diesen
Schritten aktiv an der Weiterentwicklung einer innovativen
Schule, um den sich stetig verändernden Anforderungen
gerecht zu werden und so die Jugendlichen – unabhängig
von ihrer sozialen, sprachlichen und kulturellen Herkunft
– nach Massgabe ihrer individuellen Leistungsfähikgeit
zu fördern und zu fordern.
|
|