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4. Erzählnacht vom 9. Nov. 2007

 
     
 


Erzählnacht als Plattform für Nachwuchsliteraten

Festliche Bühne für eigene Texte

Zum vierten Mal nahm die Oberstufe Rüschlikon an der Erzählnacht teil. Junge Autoren trugen 20 Texte zum Thema «Was für ein Fest» vor.

Aus dem Thalwiler Anzeiger vom Dienstag, 13. November 2007
von Patrick Aeschlimann


Souverän meisterten die Schüler die Vortragssituation,
hier Ninja Hürlimann. (Bild: Patrick Aeschlimann)


Festlich dekoriert war der Singsaal des Oberstufenschulhauses Rüschlikon am Freitagabend: Blumenschmuck und Kerzenlicht, eine Bühne mit einladendem Sofa. Kein Platz mehr war frei an den diversen Tischen, als die Wahlfachgruppe Theater mit einem simplen Ballspiel, welches sich zu einer festlichen Situation entwickelte, den Abend eröffnete. Feste in allen möglichen Variationen bildeten den thematischen Mittelpunkt der Veranstaltung, welche zum gleichen Zeitpunkt in der ganzen Schweiz durchgeführt wurde. Nun standen die verschiedenen Gedichte und Aufsätze der Schüler im Mittelpunkt. Chronologisch, von Frühling bis Winter, führten die Schüler durch den Abend. Den Anfang machte Laura Cerny mit einer lebendig geschriebenen Reise an ein tschechisches Osterfest. Über zwei Geburtstagserinnerungen führte die literarische Tour nach Russland an den Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Konstantin Baluda verglich die Festivitäten der Hauptstadt Moskau mit denen in einer Provinzstadt. Den Abschluss des ersten Blockes bildete Elio Rusterholz mit seiner Geschichte vom geklauten Feuerwerk am 1. August. Nach einem Klavierzwischenspiel von Bastian Schmidmeister war die Reihe wieder an der Theatergruppe. Zur Auflockerung zeigte sie eine Szene einer Party – eine Situation, bei welcher das Fest Nebensache wird und die ersten zarten Liebesgefühle der Teenager im Mittelpunkt stehen.

Von Chilbi bis Ramadan
Ein bisschen nervös war wohl jeder der vortragenden Schüler, doch alle nutzten die Gelegenheit bravourös, ihre eigenen Texte vor einem grösseren Publikum vorzutragen. Schon nach wenigen Worten wich die Nervosität jeweils einem Gefühl der Sicherheit, und die Zuhörer konnten in die gedankliche Welt der Jugendlichen eintauchen. Veronica Santangelo berichtete von einer Hausparty mit einem nervigen kleinen Bruder, Simon Schreiber erinnerte sich lebhaft an sein erstes Gartenfest mit seinem Vater, und Franziska Rockstroh unterstrich den einmaligen Charakter der Rüeschliker Chilbi. Von Rijad Ismaili erhielt das Publikum Einblicke in den Fastenmonat Ramadan, und Sharon Lindegger überlegte sich gar, jeden ganz normalen Freitag zum Feiertag zu machen. Nach so vielen Gedanken war es Zeit für eine Pause. Am Dessertbuffet herrschte Hochbetrieb, doch schon bald lockte die Klaviermusik des französischen Komponisten Erik Satie, welcher dem Partyleben ebenfalls nicht abgeneigt war, zurück in den Singsaal. Die Feste der kälteren Jahreszeit standen nun im Mittelpunkt des Interesses. Von Halloween über den Schulsilvester erreichte man ein schwedisches Weihnachtsfest. Elia Fanger wunderte sich in seiner Silvestergeschichte über den Alkoholkonsum der Erwachsenen, die alle 20 Minuten Wein-Nachschub organisieren mussten. Zum Abschluss folgte das witzige Neujahrsgedicht von Ari Halimi.

Die Erzählnacht wurde 1990 von einem Lehrer aus dem Wallis ins Leben gerufen und orientiert sich an alten Bräuchen wie der «Stubete», bei der die Menschen im Zeitalter vor Fernsehen und Internet in der kalten Jahreszeit zusammenkamen, um sich zu unterhalten und zu amüsieren.



 
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