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Erzählnacht als Plattform für Nachwuchsliteraten
Festliche Bühne für
eigene Texte
Zum vierten Mal nahm die Oberstufe Rüschlikon an der
Erzählnacht teil. Junge Autoren trugen 20 Texte zum Thema
«Was für ein Fest» vor.
Aus dem Thalwiler Anzeiger vom Dienstag, 13. November 2007
von Patrick Aeschlimann

Souverän meisterten die Schüler die Vortragssituation,
hier Ninja Hürlimann. (Bild: Patrick Aeschlimann)
Festlich dekoriert war der Singsaal des Oberstufenschulhauses
Rüschlikon am Freitagabend: Blumenschmuck und Kerzenlicht,
eine Bühne mit einladendem Sofa. Kein Platz mehr war
frei an den diversen Tischen, als die Wahlfachgruppe Theater
mit einem simplen Ballspiel, welches sich zu einer festlichen
Situation entwickelte, den Abend eröffnete. Feste in
allen möglichen Variationen bildeten den thematischen
Mittelpunkt der Veranstaltung, welche zum gleichen Zeitpunkt
in der ganzen Schweiz durchgeführt wurde. Nun standen
die verschiedenen Gedichte und Aufsätze der Schüler
im Mittelpunkt. Chronologisch, von Frühling bis Winter,
führten die Schüler durch den Abend. Den Anfang
machte Laura Cerny mit einer lebendig geschriebenen Reise
an ein tschechisches Osterfest. Über zwei Geburtstagserinnerungen
führte die literarische Tour nach Russland an den Jahrestag
zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Konstantin Baluda verglich
die Festivitäten der Hauptstadt Moskau mit denen in einer
Provinzstadt. Den Abschluss des ersten Blockes bildete Elio
Rusterholz mit seiner Geschichte vom geklauten Feuerwerk am
1. August. Nach einem Klavierzwischenspiel von Bastian Schmidmeister
war die Reihe wieder an der Theatergruppe. Zur Auflockerung
zeigte sie eine Szene einer Party – eine Situation,
bei welcher das Fest Nebensache wird und die ersten zarten
Liebesgefühle der Teenager im Mittelpunkt stehen.
Von Chilbi bis Ramadan
Ein bisschen nervös war wohl jeder der vortragenden Schüler,
doch alle nutzten die Gelegenheit bravourös, ihre eigenen
Texte vor einem grösseren Publikum vorzutragen. Schon
nach wenigen Worten wich die Nervosität jeweils einem
Gefühl der Sicherheit, und die Zuhörer konnten in
die gedankliche Welt der Jugendlichen eintauchen. Veronica
Santangelo berichtete von einer Hausparty mit einem nervigen
kleinen Bruder, Simon Schreiber erinnerte sich lebhaft an
sein erstes Gartenfest mit seinem Vater, und Franziska Rockstroh
unterstrich den einmaligen Charakter der Rüeschliker
Chilbi. Von Rijad Ismaili erhielt das Publikum Einblicke in
den Fastenmonat Ramadan, und Sharon Lindegger überlegte
sich gar, jeden ganz normalen Freitag zum Feiertag zu machen.
Nach so vielen Gedanken war es Zeit für eine Pause. Am
Dessertbuffet herrschte Hochbetrieb, doch schon bald lockte
die Klaviermusik des französischen Komponisten Erik Satie,
welcher dem Partyleben ebenfalls nicht abgeneigt war, zurück
in den Singsaal. Die Feste der kälteren Jahreszeit standen
nun im Mittelpunkt des Interesses. Von Halloween über
den Schulsilvester erreichte man ein schwedisches Weihnachtsfest.
Elia Fanger wunderte sich in seiner Silvestergeschichte über
den Alkoholkonsum der Erwachsenen, die alle 20 Minuten Wein-Nachschub
organisieren mussten. Zum Abschluss folgte das witzige Neujahrsgedicht
von Ari Halimi.
Die Erzählnacht wurde 1990 von einem Lehrer aus dem Wallis
ins Leben gerufen und orientiert sich an alten Bräuchen
wie der «Stubete», bei der die Menschen im Zeitalter
vor Fernsehen und Internet in der kalten Jahreszeit zusammenkamen,
um sich zu unterhalten und zu amüsieren.
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