Projekttage der Kindergärten Rüschlikon
vom 12. - 16. Mai 2003
   

 

Ein kleines, undefinierbares Tierchen, das wir alle auch noch nie gesehen haben, wird von einer grossen Sorge geplagt: Es weiss nicht, wer es ist. Darum macht es sich auf eine lange Wanderung, auf die Suche nach seiner eigenen Identität.
 
Die Suche führt es zu verschiedenen Tieren, die allerdings auch nicht wissen, was für ein Tier es ist. Sie können ihm nur sagen, was es nicht ist.
 
Schliesslich entdeckt das Fantasiewesen auf seiner Reise: Ich bin ich! Durch diese Erkenntnis lernt es sich zu akzeptieren so wie es ist, mit seinen Dackelohren, seinen Ponyfransen und seinen runden Stampferbeinen. Es wird selbstbewusst und freut sich über sich selbst.
 
Dieses Bilderbuch vom kleinen ICH-BIN-ICH bildete den Rahmen der Kindergarten - Projekttage vom 12. bis 16. Mai.
Unser Projekt ist das Resultat einer Weiterbildung, die wir Kindergärtnerinnen zum Thema "sexuelle Gewalt gegen Kinder" im SAMOWAR Thalwil besucht haben.
 
 
Prävention von sexueller Ausbeutung ist auch auf spielerische und kindgerechte Art vermittelbar und präventive Schutzmassnahmen gehören zu einem selbstverständlichen Teil des täglichen Erziehungsprozesses.
 
Kinder, die zu selbstbewusstem Verhalten ermuntert werden, können eher den Mut aufbringen "Nein" zu sagen, wenn ihre Grenzen überschritten werden. Zwei dieser Projekttage wurden auch zu Begegnungs- und Aktionstagen unserer Kindergartenklassen.  
 
So hatte auch jedes Kind sein persönliches, selbstgemachtes ICH-BIN-ICH-Tierchen dabei, das ihm dabei half, mit den neuen Kindern Kontakt zu knüpfen.
 
Sie waren begeistert dabei und konnten in einem grösseren bzw. anderen Gruppenrahmen verschiedenste Spielerfahrungen machen, die Präventionspunkte beinhalteten wie
- Mein Körper gehört mir.
- Ich darf Nein sagen.
- Es gibt angenehme und unangenehme Berührungen.
So ging es z.B. in einem Spiel darum, möglichst bestimmt "Nein" zu sagen, um nicht als Frosch von der Schlange gefangen zu werden. Ebenfalls wurden die Kinder in einem Kasperlispiel aufgefordert, dem Vreneli beim Nein-Sagen zu helfen, da es sich durch zu viele Versprechungen in eine totale Überforderung manövriert hatte.

Auch konnte jedes einzelne Kind mutig durch eine "Waschanlage" gehen, die aus einer Gasse von Kindern gebildet war, welche mit Chiffontüchern, Kartons und anderem Wind erzeugten. Jedes Kind kann dabei selber sagen, welchen "Waschgang" es wünscht und was es nicht möchte. Auch wurde mit den Kindern darüber gesprochen, wo man gerne berührt werden möchte und wo eben nicht.

Wir Kindergärtnerinnen sind uns im Klaren darüber, dass wir während diesen Projekttagen die Prävention von sexueller Ausbeutung erst angeschnitten haben. Die verschiedenen Präventionspunkte müssen immer wieder im Kindergarten- und Erziehungsalltag einfliessen und vertieft werden, damit sie beim Kind auch eine nachhaltige, präventive Wirkung erzielen.

DAS KLEINE ICH BIN ICH
erzählt von Mira Lobe, gemalt von Susi Weigel
Verlag Jungbrunnen, Wien/München 1972
ISBN 3-7026-4850-X