Am 1.3.2007 fand im Singsaal
der Oberstufe ein Vortrag über «Gehirn-gerechtes
Lernen und Lehren nach Vera F. Birkenbihl» statt. 80
Interessierte lockte dieses Thema - weit mehr als sich offiziell
angemeldet hatten.
Die Referentin Karin Holenstein kennt Vera F. Birkenbihl,
welche sich seit 35 Jahren mit dem Thema Lernen/Lehren befasst,
persönlich. Sie gibt ihr Wissen über die Birkenbihl-Methoden
an Vorträgen, Kursen und Seminaren weiter. Frau Holenstein
unterrichtet zudem Englisch nach dieser Methode und ist verantwortlich
für die Birkenbihl-Sprachlernmethode in der Schweiz.
Im ersten Teil des Vortrags von Karin Holenstein ging es
darum uns die Funktionsweise des Gehirns aufzuzeigen und einen
Blick in die reichlich gefüllte „Birkenbihl-Trickkiste“
zu werfen. Mit einem Quiz und einigen Übungen wurden
die Teilnehmenden zum Mitdenken und Mitmachen aufgefordert.
Anhand von Übungen wurde eindrücklich demonstriert,
dass unser Gehirn immer assoziativ denkt. Gehirn-gerecht -und
somit effizient und anhaltend- Lernen kann nur derjenige,
der sein Gehirn so nutzt, wie es seiner Funktionsweise entspricht.
Um den Neuromechanismus des assoziativen Denkens auszunutzen,
kann man z.B. so genannte ABC-Listen zu verschiedenen Themen
anlegen. Die Teilnehmenden konnten dies auch sogleich ausprobieren
und verglichen die Listen eifrig mit dem Sitznachbarn. Natürlich
gibt es noch eine ganze Palette von gehirn-gerechten Techniken,
welche auch anderen „Bedürfnissen“ des Gehirns
entsprechen.
Im zweiten Teil des Referats wurde uns die Birkenbihl-Sprachlern-Methode
vorgestellt. Diese Methode basiert auf vier Lernschritten.
Im ersten Schritt wird der zu lernende Text Wort für
Wort übersetzt (dekodiert). Der zweite Schritt heisst
«Hören aktiv». Dazu hört man den Text
in der Fremdsprache in einem langsamen Tempo und liest gleichzeitig
die Wort-für-Wort-Übersetzung in Deutsch mit. Das
Gehirn hat also die unmittelbare Rückmeldung, was welches
Wort was in unserer Muttersprache bedeutet und zwar immer
im Kontext eines ganzen Satzes. Ziel dieses Lernschrittes
ist es, den Text auch ohne das Mitlesen der Wort-für-Wort-Übersetzung
zu verstehen. Wenn dies erreicht ist geht man zum dritten
Schritt «Hören passiv» über. Dabei hört
man den fremdsprachigen Text „passiv“, also z.B.
während der Hausarbeit, dem Joggen, der Arbeit etc. bis
uns der Dialog via Unterbewusstsein in Fleisch und Blut übergegangen
ist. Erst im 4. Lernschritt folgen die «Aktivitäten».
Erst jetzt, wenn man mit dem Dialog sehr vertraut ist, beginnt
man den Text zu lesen, sprechen und/oder zu schreiben. So
lernen auch Kleinkinder ihre Muttersprache – ganz ohne
Grammatikregeln und Vokabeln zu büffeln.
Dass Lernen auch Spass machen kann, konnten die Teilnehmenden
Personen am eigenen Leib erfahren.
Wir hätten uns gewünscht, dass mehr Lehrpersonen
anwesend gewesen wären, denn für viele Schüler
und Lehrpersonen wären diese Lernmethoden vielleicht
eine Bereicherung und/oder Erleichterung.
Interessierte finden auf der Homepage www.protalk.ch
weitere Informationen.
Der Elternrat der Oberstufe Rüschlikon
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